Hauptguppe Futterrationen
Sie finden auf dieser Seite folgende Untergruppen der Futterrationen
| Futterration | geeignete Nährstoffträger | Trächtige und säugende Hündin |
| Wachsende Welpen | Künstliche Welpenaufzucht | Der alternde Hund |
Wer selbst eine Futterration für seinen Hund zusammenstellen will, muß den Energiebedarf, des Nährstoffverhältnis und die Verdaulichkeit der Nährstoffträger berücksichtigen.
Die Vielzahl zu beachtender Normen macht eine Futterberechnung recht schwierig, sie ist aber dennoch möglich. Ausgehend von den Bedarfsnormen des Hundes stellt man vorhandene und geeignete Nährstoffträger zur Bedarfsdeckung zusammen. Man benötigt dazu die Inhaltsstoffe der einzelnen Nährstoffträger, die in: "E.G. Grünbaum, Ernährung und Diätetik von Hund und Katze" tabellarisch zusammengestellt sind. Zur Veranschaulichung nur eine kleine Auswahl:
Gehalt an Rohstoffen, Energie, Mineralstoffen und Vitaminen einiger Futtermittel
Die Werte beziehen sich auf 100 g Futtermittel. Nach Grünbaum (1982)
Gehaltstabelle einiger Nährmittel, je 100 g Originalsubstanz enthalten:
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Futtermittel
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Nährstoffgehalt in g
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Energie-gehalt in kj
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Mineralstoff-gehalt in mg
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Vitamingehalt in
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(IE)
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(IE)
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(mg)
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(mg) | |||||||||||
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Eiw.
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Fett
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KH
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Wasser
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Na
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K
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Ca
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P
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A
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D
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E
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B-Kompl.
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| Apfel | 0,3 | 0,4 | 15,0 | 84,0 | 243 | 1,0 | 116,0 | 6,0 | 10,0 | 90,0 | - | 0,7 | 0,6 | |
| Blumenkohl | 2,4 | 0,2 | 4,0 | 91,7 | 104,7 | 16,0 | 400,0 | 22,0 | 72 | 90,0 | - | 2,0 | 2,3 | |
| Roggenbrot | 6,4 | 1,0 | 51,0 | 39,0 | 1000,0 | 190,0 | 140,0 | 21,0 | 150,0 | - | - | - | 0,9 | |
| Butter | 1,2 | 74,0 | 0,5 | 24,0 | 2900,0 | 8,0 | 25,0 | 20,0 | 33,0 | 1787,7 | - | - | 0,1 | |
| Vollei | 6,9 | 6,2 | 0,4 | 40,0 | 356,2 | 44,0 | 54,0 | 29,0 | 114,0 | 615,0 | - | - | 0,3 | |
| Heilbutt | 18,6 | 5,2 | - | 75,5 | 507,0 | 56,0 | 340,0 | 20,0 | 213,0 | 10,0 | 5,0 | 0,8 | 3,3 | |
| Rindfleisch | 20,0 | 18,0 | - | 61,0 | 1100,0 | 81,0 | 280,0 | 12,0 | 190,0 | - | - | 5,5 | ||
| Schweinefleisch | 15,0 | 32,0 | - | 53,0 | 1500,0 | 2,0 | 250,0 | 5,0 | 140,0 | - | 0,6 | 5,4 | ||
| Haferflocken | 13,0 | 7,5 | 67,8 | 10,0 | 1613,0 | 2,0 | 340,0 | 54,0 | 365,0 | - | - | 1,9 | 3,5 | |
| Bierhefe | 46,1 | 1,6 | 37,4 | 7,0 | 1456,0 | 180,0 | 1900,0 | 106,0 | 1893,0 | - | - | - | 51,3 | |
| Bienenhonig | 0,4 | - | 81,0 | 18,0 | 1300,0 | 7,4 | 47,0 | 4,5 | 18,0 | - | - | - | 0,18 | |
| Lebertran | - | 100,0 | - | - | 902,0 | 0,1 | - | - | - | 85000,0 | 10000,0 | - | - | |
| Vollmilch | 3,3 | 2,5 | 4,8 | 88,4 | 250,0 | 60,3 | 157,0 | 106,7 | 80,0 | 100,0 | 2,9 | 0,008 | 3,8 | |
| Möhren | 1,1 | 0,2 | 7,0 | 88,6 | 150,0 | 48,0 | 311,0 | 41,0 | 34,0 | 21000,0 | - | 0,26 | 7,6 | |
| Nudeln | 13,0 | 2,9 | 73,0 | 10,0 | 1600,0 | 7,0 | 160,0 | 20,0 | 200,0 | 181,8 | - | - | 2,4 | |
| Quark- fett | 15,0 | 15,0 | 4,0 | 65,0 | 921,0 | 40,0 | 95,0 | 92,0 | 177,0 | 100,0 | - | - | 0,5 | |
| Futterfleisch gek. | 17,3 | 5,3 | - | 77,3 | 506,2 | 118,0 | 235,5 | 15,7 | 194,5 | 255,0 | - | - | 9,1 | |
| Schweineschmalz | ||||||||||||||
| ausgebraten | - | 100,0 | - | 0,3 | 3967,9 | 0,6 | 1700,0 | 244,0 | 610,0 | 110,0 | - | - | 1,4 | |
Erhöhung der Ration oder Verwendung spezieller Mischungen für hohe Aktivität. Bei konventioneller Fütterung wird die Ration durch energiereiche Nährstoffträger aufgewertet. Die Futterzeit ist dem Arbeitsrythmus anzupassen und muß genügend lange Ruhepause zur Verdauung gewährleisten.
Hier wird der Normalbedarf erheblich überschritten, das muß entsprechend beachtet werden. Eine geringe Erhöhung des Erhaltungsbedarfs um 10 % im Verlauf der Läufigkeit soll sich auf die Zahl der reifenden Eier positiv auswirken. In den ersten 14 Tagen der Trächtigkeit wird allerdings nur Erhaltungsbedarf gefüttert. Erst ab der dritten Woche erfolgt eine allmähliche Steigerung bis zur Geburt auf das 1,5 bis 2fache des Erhaltungsbedarfs. Die dazu benötigte Futtermenge wird auch auf Grund des Welpenwachstums und erhöhtem Platzbedarf im Bauchraum auf drei bis vier Mahlzeiten am Tag verteilt.
Während der Laktation steigt der Bedarf an Energie-, Nähr-, Mineralstoffen und Vitaminen bis auf das Vierfache des Erhaltungsbedarfs an. Eiweiß-, Fett, Mineralstoffe und Vitamine werden in erheblicher Menge mit der Milch abgegeben und müssen über die Nahrung wieder zugeführt werden. Mit einem Liter Milch gibt die Hündin z.B. 80 g Eiweiß ab. Bei einer Proteinverdaulichkeit von etwa 60 % muß die Hündin dafür 135 g Eiweiß mit der Nahrung zusätzlich erhalten. Sie produziert bei einem vollen Wurf in den ersten Wochen täglich aber eine höhere Menge Milch. Ähnlich verhalten sich auch andere Nährstoffe in Abgabe und Ergänzung. Den notwendigen Futterbedarf bei einer bestimmten Aufzuchtleistung kann man auch nach dem Energiebedarf des Welpengewichtes bestimmen.
Energiebedarf in kj/kg KM und Tag von Hundewelpen während der Wachstumsperiode
| Zeiteinheit | kj/kg KM |
| 1.Woche | 817 |
| 2.Woche | 922 |
| 3.Woche | 1026 |
| 1.0 - 2,5 Monate | 1050 |
Zur gesunden Aufzucht der von der Mutterhündin abgesetzten Welpen empfiehlt sich in den ersten 6 Monaten eine restriktive Fütterung:
| 3. - 4. Monat | 740 kj/kg KM |
| 5. - 6. Monat | 500 kj/kg KM |
Die Energiemenge, multipliziert mit dem Welpengewicht, ergibt den zusätzlichen Energiebedarf der Hündin, der zum Erhaltungsbedarf dazugerechnet werden muß.
Wegen der großen Futtermenge müssen je nach Anforderung 4 - 6 Mahlzeiten verabreicht werden. Synchron mit der Aufnahme von Welpenfutter sinkt schließlich der Nährstoffbedarf bei der Hündin.
So schnell wie möglich sollten die Welpen nach der Geburt an das Gesäuge gelangen. Die Aufnahme mütterlicher Immunstoffe mit der Milch für die Infektabwehr ist zeitlich begrenzt optimal in den ersten Stunden nach der Geburt möglich, verringert sich dann aber sehr schnell. Möglichst über drei Wochen nach der Geburt sollte die Muttermilch für die Ernährung der Welpen ausreichen. Eine eventuell früher notwendige Zufütterung ( 18.- 21. Tag ) beginnt man mit milchhaltigem Hafer- oder Reisschleim (Instanterzeugnisse), in den Sahnequark und Mineralstoffe eingequirlt werden. Diesen Abschnitt nennt man die Schleimphase.
Ab dem 25. Tag kann Milch teilweise durch Fleischbrühe ersetzt und das Zusatzfutter durch rohes, gehacktes Fleisch, gekochten und kleingewiegten Fisch, gekochtes Hühnereigelb oder durch gesiebte Fertigfuttermittel eiweißreicher, gehaltvoller und fester gestaltet werden - Breiphase.
Bei späterer Zufütterung ab dem 25. Tag wird die Schleimphase übersprungen und es kommen mehr und mehr Futtermittel zum Einsatz, die auch Bestandteil der Nahrung für erwachsene Hunde sein werden. In jedem Fall hängt der Beginn und die Häufigkeit der Zufütterung von der Milchleistung der Hündin ab. Menge und Häufigkeit wird langsam erhöht, Ende der 4. Woche kann man schon 4 - 5 mal zufüttern. Kurz vor dem Absetzen muß die Fütterung den gesamten Energie-, Nährstoff-, Mineralstoff- und Vitaminbedarf der Welpen abdecken.
Bei den abgesetzten Welpen nimmt mit zunehmendem Alter der Eieiß- und Fettbedarf ab, während der Vitamin- und Mineralstoffbedarf gleich bleibt. Auf der Basis des noch bei der Hündin verabreichten Zusatzfutters erfolgt die Überleitung gleichbleibend, nicht abrupt verändert. Züchter und künftige Halter sollen sich dahingehend abstimmen, um dies zu gewährleisten.
Bei Verwendung industrieller Fertigfutter muß unbedingt Fertigfutter für wachsende Welpen großer Rassen verwendet werden, um Systemerkrankungen beim Junghund möglichst zu vermeiden. Nicht alle Hersteller von Fertigfuttermitteln haben das Welpenfutter auch nach Größen der Rassen unterteilt. Der Züchter hat vor allem hier die Aufgabe, solches Futter schon bei der Aufzucht einzusetzen und seine Welpenkäufer auf die Beibehaltung der Fütterung hinzuweisen. Alle Alleinfutter haben eine normgerechte Eiweiß- und Mineralstoffversorgung, liegen aber beim Vitamingehalt recht hoch. Eine zusätzliche Vitaminversorgung (viele meinen früher ohne Vigantol geht die Aufzucht nicht) oder übermäßige Fleischzugabe ist unbedingt zu vermeiden!
Bis zum Alter von 3,5 Wochen erfolgt die Zuführung der Nährstoffe am besten mit der Saugflasche für Welpen (im Zoohandel oder beim Tierarzt erhältlich), später mit einer flachen Schale. Verwendet wird dazu künstliche Welpenmilch. Auch hier gibt es unterschiedliche Anbieter, bei Bedarf muß darauf geachtet werden, daß der Vitamin D3 - Gehalt nicht zu hoch ist und mit der verabreichten Menge Milch die Vitamin-Normen nicht zu sehr überschritten werden.
Mindestens bis zum Alter von 10 Tagen muß man im Zweistundentakt füttern, später kann man auf 3-4 Stunden erhöhen. In der Saugphase ist es wichtig, die Nachahmung der natürlichen Saughaltung unter Verwendung eines Stoffwulstes zu ermöglichen. Durch leichte manuelle Reizung der Anal- und Präputialöffnungen vor und nach der Fütterung wird die Harn- und Kotabgabe erst ermöglicht.
Gerade auch bei künstlicher Welpenaufzucht muß die Einhaltung optimaler Umgebungstemperaturen gewährleistet sein. In der ersten Woche 32 - 30 °C, zweite Woche 30 - 28 °C, dritte Woche 28 - 26 °C und in der vierten Woche 26 - 24 °C sind dabei gefordert.
Die Umstellung auf festes, gehaltvolles Futter erfolgt so wie bei der Fütterung wachsender Welpen beschrieben.
Bei verminderter körperlicher Aktivität wird die Stoffwechselrate um ca. 20 % herabgesetzt und der Energiebedarf reduziert. Trotzdem sollte auch bei vermindertem Energiebedarf die Verdauung durch biologisch hochwertige Nährstoffträger erleichtert werden. Für ältere Dobermänner ist ein Energiebedarf von ca. 230 kj/kg KM anzunehmen.
Die manchmal beim alternden Hund auftretende Fettleibigkeit kann nur durch ein optimales Verhältnis zwischen bedarfsbedeckender Ernährung und ausreichender Bewegung verhindert werden. Auch wenn unser Dobermann nicht mehr ganz jung ist, freut er sich auf seine tägliche Bewegung, sie trägt zu seinem Wohlbefinden und seiner Fitneß bei.
Ausführliche Informationen zu diesem Thema finden Sie auch in dem im Kynos Verlag erschienenen Buch "Der alternde Hund".
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