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Das von Willebrand-Syndrom ist mit einer starken Blutungsneigung
verbunden und kann sowohl eine angeborene als auch eine erworbene
Blutgerinnungsstörung sein. Die erbliche Form ist die häufigste
genetisch fixierte Blutgerinnungsstörung bei Hunden und wurde
bislang bei 57 Rassen diagnostiziert. Von den 57 Hunderassen,
bei dennen bislang eine vWD diagnostiziert wurde, sind 44 auch
von Schildrüsenerkrankungen betroffen. Diese entwickeln sich,
wenn sie unbechandelt bleiben, gewöhnlich zur Hypothyreose
(Unterfunktion). Das Auftreten beider Erkrankungen hat in den
letzten 10 Jahren sehr zugenommen.
Die
Blutgerinnungsstörung wird durch einen Mangel an den Willebrand-Faktor
(vWF) verursacht, der in einer frühen Phase der Blutgerinnung
die Anheftung der Thrombozyten an Kollagenfasern vermittelt und
das Wachstum von Thromben unterstützt. Die Endothelzellen
in den Blutgefäßen sind die einzige Quelle zur vWF
- Produkten beim Hund.
Hunderassen
mit hoher Prävalenz für den vWF - Mangel
nach
Untersuchungen von Dr. Jean Dodds, 1988 - 1990
| Rasse |
Anzahl
getesteter Tiere |
Prozentsatz
der Tiere mit vWF-Mangel |
| Dobermann |
1625 |
75
% |
| Welsh
Corgi |
181 |
43
% |
| Schäferhund |
824 |
35 % |
| Scottish
Terrier |
343 |
30
% |
| Golden
Retriever |
644 |
30
% |
| Pudel |
476 |
30
% |
Die
ererbte (angeborene) vWD ist die häufigste Blutstörungen
bei Mensch und Tier, sie geht zurück auf ein autosomales
Merkmal mit verschiedenen klinischen und genetischen Ausdrucksformen.
Das autosomale Merkmal wird unvollständig dominant vererbt.
Besonders hohe Prävalenz hat der Dobermann, hohe Prävalenz
zwischen 15% und 45% haben; Scottish Terrier, Zwergpudel, Welsh
Corgi, Deutscher Schäferhund, Rottweiler, Manchester Terrier,
Keeshond, Standart- und Zwergdackel. Von der Krankheit befallen
sind viele Tiere, wenige davon schwer befallen und noch weniger
sterben daran. Die Blutungen betreffen Schleimhautoberflächen,
verschlimmern sich durch physischen und psychischen Streß
und andere Krankheiten.
Typische
Anzeichen sind: Wiederholte Magen-Darm-Blutungen, mit oder ohne
Durchfall, Blutharnen, Nasenbluten, Zahnfleischbluten, Blutungen
aus Vagina oder Penis, verlängerte Blutung bei der Läufigkeit,
Lahmheiten durch Blutungen in den Gelenken, Totgeburten oder neonataler
Tod (fading pups), Hämatome auf der Körperoberfläche,
exzessive Blutunen von zu kurz geschnittenen Nägeln oder
nach dem Kupieren der Rute, dem Entfernen der Wolfskrallen oder
nach Operationen.
Erworbene
vWD. Durch eine gleichzeitig bestehende Hypothyreose kommt es
zu einer Steigerung der Blutgerinnungsstörungen. Es besteht
offensichtlich ein Zusammenhang zwischen den Schilddrüsenhormonen
und der vWD. Durch Blutuntersuchung kann die vWD diagnostiziert,
die Höhe des vWF bestimmt und damit eine Vorhersage zum genetischen
Status gemacht werden. Bei Einsendung des Blutes sind Einflußfaktoren
zu vermeiden, die Ergebnisse verfälschen können: Tiere,
die 10 - 14 Tage vorher immuniziert wurden, weibliche Tiere während
Läufigkeit, Trächtigkeit oder in der Aufzuchtphase,
sowie anderer endokriner Erkrankungen, besonders Erkrankungen
der Schilddrüse.
Der
Normalbereich liegt bei: 70 - 180 % vWF : AG
Der
Grenzbereich zwischen 50 - 69 % vWF : AG
Der
abnorme Bereich liegt unterhalb 50 % vWF : AG
Tiere
mit Grenzwerten sollten nur mit freien Tieren gepaart werden und
positive Tiere von der Zucht ausgeschloßen werden.
Getestet
auf vWD sollten Hunde werden bei:
-
Anämie
-
Hypothyreose
-
verstärkter Blutungsneigung
-
Elterntiere vor dem
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