Der
Floh:
Die meiste
Zeit ihres Lebens verbringen die Flöhe in ihrer Jugendzeit, entweder
als Ei, Puppe oder Larve. Daher ist der größte Teil einer Floh-Population
noch nicht erwachsen. Erst als Erwachsene suchen die Flöhe ihr
Opfer (Katzen und Hunde) um dort ihr Blutmahl zu nehmen. Am besten
tötet man die Flöhe noch in ihrer Jugend. Die Flöhe sind nicht
nur am Haustier sondern auch im Garten, Hof und in der Wohnung
und müßen an allen Orten bekämpft werden. Flöhe verursachen nicht
nur juckende Bisse sondern übertragen auch viele Krankheiten,
z.B. Typhus oder andere Parasiten z.B. Bandwürmer. Im 14. Jahrhundert
starben 25% der Bevölkerung an durch Flöhe übertragenen Krankheiten,
z.B. Pest. Der verbreitetste Floh ist der Katzenfloh (Ctenocephalides
felis) der auch andere Tiere wie Hunde befällt. Aus einem
weiblichen Floh können bei guten Bedingen in einer Saison 30.000
Nachkommen entstehen. Der größte Fehler ist es zu warten bis es
"brennt" und eine Flohplage über einen kommt. Viele Millionen
Jahre Überlebenskampf haben den Floh zu einem Überlebenskünstler
gemacht, gegen den der Mensch nie gewinnt, sondern nur durch ständige
Wachsamkeit die Zahl der Gegner niedrig halten kann.
Der
Feind:
Es gibt über
2.500 Floharten. Flöhe sind etwa 1-2 mm lang, flügellos, flach,
rot-braun bis braun-schwarz und eine harte Schale. Die Schale
ist so hart, daß ein Floh nicht wie andere Insekten todgeschlagen
werden kann. Die Beine und der Körper ist mit rückwärts gerichteten
Borsten besetzt. Flöhe haben Krallen an den Enden an jeder der
6 Beine. Mit diesen Krallen kann sich der Floh an Säugetieren
festklammern. Da der Floh flach ist, kann er problemlos zwischen
den Haaren seines Wirtes umherspazieren. Der Floh hat zwei einfache
Augen und zwei kurze Fühler. Der Floh springt ohne Probleme 40
cm. Flöhe können 100 mal schneller beschleunigen als ein Rennwagen.
Mit dem sägezahnartigen, nadelförmigen Kiefer schneiden sie sich
einen Weg durch die Haut um das Blut der Säugetiere zu trinken.
Flöhe drinken etwa das 15-fache ihres Körpergewichtes an Blut.
Säugetiere locken die Flöhe durch Wärme, Bewegung und Kohlendioxyd
an.
Der
Floh-Lebenszyklus:
Der Lebenszyklus
des Flohes besteht aus vier Zyklen: Ei, Larve Puppe und der erwachsene
Floh. Die weiblichen Flöhe legen Eier, aus den Eiern schlüpfen
die Larven und die Larven spinnen einen Kokon, aus dieser Puppe
schlüft ein junger sehr hungriger Floh. Die Floh-Saison ist April
bis September.
Der erwachsene
Floh braucht Blut um zu überleben, daher beißt er Säugetiere.
Mit einer Mahlzeit ist er in der Lage bis zu 2 Monate ohne eine
neue Mahlzeit zu überleben. Aber der Floh sucht sich am liebsten
einen Wirt, bei dem er den Rest seines Lebens verbringen kann.
Ein weiblicher Floh legt zwischen 20 und 50 Eier am Tag und lebt
etwa 4 Monate. Im Schnitt legt ein weiblicher Floh etwa 2.000
Eier. 2 von 3 Flöhen sind weiblich.
Wenn die Umwelt
optimale Bedingungen bietet, schlüpfen aus den Eiern schon nach
zwei Tagen die Larven, sind die Bedingungen schlecht kanns auch
zwei Wochen dauern. Gute Bedingungen sind 19º C bis 32º C und
eine Luftfeuchtigkeit von 75%-85%, über 35° C sterben die Eier
ab unter 5° C schlüpfen diese nicht können aber über ein Jahr
auf bessere Bedingungen warten. Die Floheier sind sehr klein und
weiß und mit dem Auge kaum zu sehen. Die braunen "Eier" auf den
Haustieren sind keine Floh-Eier sondern nur der Flohkot aus den
Resten der Blutmahlzeit.
Das Stadium
der Larve dauert zwischen einer und zwei Wochen. In dieser Zeit
ernährt sich die Larve von dem organischen Material, das sich
überall findet: z.B. Krümmel und Hautschuppen. Zum Verpuppen ziehen
sie sich die Larven in dunkle, ruhige und feuchte Stellen zurück,
z.B. unter Möbel, zwischen Polsterkissen und Fußleisten. Die Larve
stirbt wie die Eier ab 35° C.
Die verpuppte
Larve hat nun eine harte Schale in der sie sich in den erwachsenen
Floh verwandelt. Das Stadium der Puppe dauert etwa zwei Wochen
bis zu 6 Monaten, je nach Bedingungen. In diesem Stadium ist der
Floh am schwersten zu töten. Wenn der Floh in der Puppe erwachsen
ist, wartet er auf Signale von draußen um zu schlüpfen. Ein Signal
ist z.B. ein Luftzug in der Nähe der Puppe, innerhalb von Sekundenbruchteilen
schlüpft der Floh.
Je nach Umweltbedingungen
kann die Dauer vom Ei zum frischgeschlüpften Floh zwischen 3 Wochen
und 6 Monaten liegen. Gute Bedingungen sind Haustiere, Teppich,
Grass, Möbel, Wärme und Feuchtigkeit. Sollten über einen längeren
Zeitraum die Bedingungen gut sein, so kann die Flohplage biblische
Dimensionen annehmen.
Der
Flohbiß:
Nach einem
Flohbiß fängt die Bißstelle an zu jucken und wird rot. Oft sind
die Bißstellen in Gruppen zu 3-4 Bißen an Beinen, Armen, Schuldern
und am Bauch. Flöhe bevorzugen bestimmte Menschen und besonders
Kinder. Kinder werden oft Opfer von Flöhen, da diese länger und
öfter mit ihren Haustieren spielen und der Kontakt enger wird.
Flohbiße sollte man mit Seife und Wasser abwaschen. Trotz Jucken
sollte man sich nicht kratzen um Sekundär-Infektionen zu vermeiden.
Bei Verdacht auf eine solche Infektion muß man seinen Arzt aufsuchen.
Weiter kann der Flohbiß allergische Reaktionen auslösen.
Anzeichen
für Flöhe:
- Das Haustier
kratzt sich und fühlt sich unwohl.
- Dunkle
kleine Stellen auf der Haut.
- Stellenweise
Haarverlust.
- Salz und
Pfeffer (Floh-Eier und Floh-Kot) auf der Schlafdecke
Floh-Mythen:
- Nur Zecken
aber keine Flöhe ernähren sich von Blut
- Falsch:
Auch Flöhe ernähren sich von Blut.
- Flöhe sind
ungefährlich für Tiere:
- Falsch:
Die Tiere können krank werden, sehr junge Tiere können innerhalb
von Stunden sterben.
- Flöhe beißen
nur Katzen und Hunde
- Falsch:
Flöhe mögen auch das Blut von Menschen
- Flöhe sterben
schnell ohne ihre Blutmahlzeit
- Falsch:
Flöhe konnen viele Wochen ohne Nahrung überleben.
- Der häufigste
Floh ist der Hundefloh
- Falsch:
Der Katzenfloh ist der häufigste, er mag auch Hunde, Ratten
und Menschen
- Flöhe können
nur im warmen Klima oder im Sommer überleben.
- Falsch:
Flöhe fühlen sich in unseren Wohnungen das ganze Jahr über wohl.
Die
Spitze des Floh-Eisberges:
Wenn man einen
Floh im Teppich sieht, so sieht man nur einen Bruchteil eines
viel größeren Problems. Man sieht nur einige der erwachsenen Flöhe,
vielleicht max 1 % der gesamten Population. Einem erwachsenem
Floh steht die 20-fache Menge an Eiern, Larven und Puppen gegenüber.
Die Population unterteilt sich etwa in 50 % Eier, 35 % Larven,
10 % Puppen und 5 Prozent Flöhe. Früher oder später folgen dem
entdeckten Floh 20 junge, hungrige und blutsaugende Flöhe.
Die verschieden
Stadien des Floh finden sich im Umfeld des Haustieres. Wenn ein
Floh Eier legt, so bleiben diese nur einige Minute in den Haaren
des Haustieren und fallen dann zu Boden. Am Schlafplatz des Haustieres
finden sich daher die meisten Floh-Eier. Weitere Eier finden sich
entlang des Weges, den das Haustier am liebsten nimmt. Daher muß
man zur Bekämpfung der Flöhe all die Plätze kennen, an denen sich
das Haustier am längsten aushält.
- Das Haustier
sollte sich bester Gesundheit erfreuen und gute Nahrung bekommen,
kranke oder schlecht ernährte Haustiere riechen für Flöhe besonders
attraktiv.
- Der Kampf
gegen die Flöhe muß an allen Fronten stattfinden: Am Haustier,
im Haus, Hof und Garten
- Da sich
die Flohpopulation in allen vier Stadien befindet, müßen alle
Stadien bekämpft werden.
- Das Haustier
hat nur die erwachsenen Flöhe, daher muß sich dort der Kampf
auch gegen diese richten, Mittel gegen Eier, Larven oder Puppen
helfen dort nicht weiter.
- Im Haus
verstecken sich die Larven in Ritzen von Möbeln, Fußböden, Fußleisten
und zwischen Polstern. Im Freien verstecken sich die Flöhe gerne
unter Büschen, Strächer und im Gras.
- Da ein
Luftzug die erwachsenen Flöhe aus ihrem Kokon schlüpfen läßt,
ist Staubsaugen ein gutes Mittel um die Flöhe schlüpfen zu lassen
und direkt einzusaugen. Dadurch wird die Zahl der schlupffähigen
Flöhe erheblich reduziert. Die Eier, Larven, Puppen und Flöhe
befinden sich jetzt im Staubsaugerbeutel, der jetzt schnellstens
entsorgt gehört.
Wie
bekommt man die Floh-Plage unter Kontrolle:
Jeder Hunde-
und Katzenbesitzer braucht früher oder später einen gut Rat wie
er die Flöhe an seinen Haustieren und seinem Haus wieder los wird.
Zum Glück braucht man nicht unbedingt die giftigen Chemikalien,
sondern es reichen einige einfache Maßnahmen. Das Haustier wird
gekämmt und gebadet, der Schlafplatz und Decken werden mit dem
Staubsauger gründich gereinigt
Die
kleine Flohplage:
Die Haustiere
sollten ständig kontrolliert werden, damit man einen ständigen
Überblick über die Floh-Population hat. Dazu eignet sich ein Floh-Kamm.
Nimmt die Flohzahl zu, sollte man häufiger Staubsaugen, mindestens
einmal die Woche. Der Staubsauger sollte noch über eine gute Saugkraft
verfügen, d.h. entweder einen neuen Staubbeutel oder einen der
neuen moderen beutellosen Staubsauger (z.B. auf Wasserbasis) benutzen.
Das Haustier
sollte öfter gebadet werden, dabei sollte darauf geachtet werden,
daß die Haut der Tiere nicht austrocknet, da Flöhe trockene Haut
lieben. Wenn die Haut trockener wird, sollte die Badhäufigkeit
herab gesetzt werden oder die Haut befeuchtet werden.
Vitamin B1,
das sich z.B. in Bierhefe befindet, sollte der Nahrung in kleinen
Mengen beigesetzt werden, da Flöhe B1 nicht mögen. Dies sollte
aber vorher mit dem Tierarzt abgesprochen werden, da einige Tiere
Verdauungsprobleme bekommen können.
Die
große Flohplage:
Wenn das Haustier
sich oft im Freien aufhält, sollte der Garten oder Hof mit Wasser
aus dem Schlauch gereinigt werden. Dies reduziert die Menge der
Flöhe, die das Haustier mit in Haus bringt.
Die Möbel,
Teppich und der Schlafplatz sollten mit Dampf gereinigt werden,
der Dampf tötet die erwachsenen Flöhe, Larven und vernichtet einen
Teil der Nahrungsgrundlage der Larven. Dabei sollte auf flohsichere
Kleidung an geachtet werden. Da aber die Feuchtigkeit und die
Restwärme aber auch eine gute Umwelt für die Floheier sind, so
daß nach etwa zwei Tagen die Larven schlüpfen. Daher sollte die
Dampfreinigung mehrmals im Abstand von zwei Tagen wiederholt werden.
Neben der Dampfreinigung sollte täglich gesaugt werden.
Das tägliche
Saugen ist eine der wichtigsten Tätigkeiten für mindestens eine
Woche. So werden gerade die neugeschlüpften Larven und die Überlebenden
Flöhe erwischt. Sollte eine Klimaanlage vorhanden sein, sollte
der Raum so kalt wie möglich gehalten werden, denn die Flöhe verlassen
die kalten Ritzen in den Möbeln und ziehen sich in die Decken
und Teppiche zurück. Dort lassen sich die Quälgeister leichter
aufsaugen. Trotzdem sollten alle Ecken und Nischen ordentlich
gesaugt werden, da die Flöhe an diesen Stellen gerne ihre Eier
ablegen. Die Staubsaugerbeutel sollten nach dem Saugen nicht im
Staubsauger bleiben; entweder wird dieser durch einen neuen ersetzt
oder der alte wird in einen Plastikbeutel gesteckt und in der
Gefriertruhe gefroren um die eingesaugten Flöhe zu töten. Die
Decken auf denen die Haustiere schlafen sollten oft gewaschen
werden. Nach dem Reinigen sollten die Haustiere mit Seife und
Wasser gebadet werden. Mit dem Flohkamm verschafft man sich einen
Überblick über die Flohpopulation. Bei besonders starken Flohbefall
empfielt sich der Einsatz von Flohpulver. Die Decke und Teppiche
können auch mit speziellen Infrarot-Hitzequellen behandelt werden.
Insektentötende Seifen können zum Reinigen von Decken, Teppichen
und Schlafplätzen an besonders stark befallenen Stellen benutzt
werden, dies gilt auch für die Stellen im Freien. Wenn sich einige
Stellen als besonders hartnäckig erweisen, wie z.B. Keller oder
Dachböden, sollten die Haustiere von diesen Orten ferngehalten
werden.
Tips
zum Kämmen:
Damit das
Kämmen seine gewünschte Wirkung zeigt, sollte man einen guten
Flohkamm benutzen. Der Flohkamm ist ein feinzahniger Kamm und
ist in Haustiergeschäften erhältlich. Weiter braucht man eine
Schale mit Seifenwasser und ein Handtuch. Die mit dem Kamm gefangenen
Flöhe werden in dem Seifenwasser getötet. Die gefangen Flöhe sollten
auf keinen Fall mit den Fingern zerquetscht werden, da die Flöhe
selbst Parasiten und Krankheitserreger beherbergen. Die Haut des
Haustieres sollte dabei trocken bleiben, daher sollte der Kamm
und die Hände mit dem Handtuch trocken gehalten werden. Tiere
mit langen Haaren lassen sich, bis auf die Bauchregion, fast garnicht
kämmen, u.U. kann vorhergehendes Bürsten das Kämmen erleichtern.
Wenn das Tier das Kämmen nicht mag, sollte man eine zweite Person
zum Festhalten und Beruhigen zu Hilfe holen.
Chemische
Flohmittel:
Pyrethroide:
Basis sind die Pyrethroide aus des Chrysanthemen, sie werden so
oder ähnlich auch synthetisch hergestellt. Diese Gifte sind Kontaktgifte
und wirken auf das Nervensystem. In dem Nervensystem wird die
Funktion von Acetylcholinesterase (AchE) gehemmt. AchE zersetzt
Acetylcholin (Ach). Ach wird für die Erregung in den Synapsen
gebraucht. Durch die Verhinderung des Abbaues von Ach bleibt die
Nervenzelle in Dauererregung und führt zum Tod des Flohs. Für
Menschen sind diese bei weitem nicht so giftig wie für die erwachsenen
Flöhe. Die Pyrethroide wirken nicht bei Floh-Eiern, Larven und
Puppen.
Carbamate:
Dieses Gift wirkt wie die Pyrethroide, ist aber wirkungsvoller
und trotzdem noch relativ ungefährlich für Säugetiere.
Organophosphate:
Diese sehr wirksamen AchE-Blocker wirken nicht nur bei Insekten
sondern sind auch für Säugetiere sehr gefährlich, daher sollten
sie nicht mehr eingesetzt werden.
Insektenwachstumsregulatoren
(IGR's-Insect growth regulators):
Ein IGR (Luferon) wird in Form von Tabletten oder flüßig Katzen
und Hunden oral verabreicht. Einmal im Monat verabreicht sterilisiert
es die weiblichen Flöhe auf dem Haustier. Dieses Mittel ist sinnvoll
bei Haustieren, die sich ihre Flöhe beim Auslauf im Freien holen.
Flohpulver:
Einige Flohpulver sind Silikatpulver, die mit chemischen
Zusätzen versetzt sind. Diese trocken die Flöhe innerhalb einiger
Tage aus. Nach einigen Tagen werden die gepulvertet Stellen mit
dem Staubsauger gereinigt. Das Flohpulver braucht i.R. nur einmal
im Jahr benutzt werden und vorzugsweise im Frühling. Beim Einsatz
dieser Pulver ist eine Staubmaske zu tragen; Kinder und die Haustiere
müßen ferngehalten werden. Bevor der Raum betreten werden kann
muß sich das Pulver abgesetzt haben.
Gesundheitliche
Schäden durch Flohmittel:
Die meisten
Flohmittel beinhalten nervenschädigende Gifte, ähnlich denen in
chemischen Kampfstoffen. Die akuten Symptome sind: Nervosität,
Sehstörungen, Zuckungen und Übelkeit. Die Langzeitfolgen sind
bleibende neurologische Schädigungen. Kinder sind besonders gefährdet,
da sie länger und öfter mit den Haustieren spielen und sich das
Gehirn noch entwickelt. Ein einer Studie (Arch. Environ. Contamination
& Toxicology, Jan. 1993) wurde gezeigt, daß Kinder in
Haushalten mit Tieren, die Flohhalsbänder trugen, ein etwa 4-fach
höheres Hirn-Krebs-Risiko haben. Auch viele Vergiftungen von Haustieren
sind die Folge vom Einsatz von Flohmitteln.
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FLÖHE
BEI HUND UND KATZE
Flöhe
sind in der Kleintierpraxis in Deutschland wohl die
wichtigsten Parasiten. Etwa 80% aller
Patienten , die mit Hautproblemen in derTierarztpraxis vorgestellt
werden, haben ein Flohproblem. Flöhe kommen sehr häufig vor,
übertragen Bandwürmer (Dipylidium caninum) und verursachen
häufig Hautkrankheiten. Für Hunde und Katzen sind folgende
Floharten von Bedeutung:
- Katzenfloh
(Ctenocephalides felis)
- Hundefloh
(Ctenocephalides canis)
- Menschenfloh
(Pulex irritans)
Dabei
sind Flöhe nicht so sehr wirtsspezifisch, das heißt Katzenflöhe kommen beim
Hund vor, Hundeflöhe auf Katzen (selten) und Menschenflöhe
auf dem Hund.
Andere Flöhe (von Igeln, Kaninchen, Ratten ....) kommen
seltener vor.
Tierflöhe können auch Menschen befallen und dort Blut saugen.
Mit
bloßem Auge können Flöhe nicht unterschieden werden. Selbst
unter dem Mikroskop sehen sie sich sehr ähnlich.
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FLOHZYKLUS
Der
Flohzyklus dauert, abhängig von den klimatischen Bedingungen,
3 Wochen bis 2 Jahre !
Das Flohweibchen legt auf dem Wirtstier (Hund, Katze)
3- 18 Eier, ab, die sich in mindstens 3 Wochen Entwicklungszeit
zum erwachsenen Floh weiterentwickeln. Ein Flohweibchen kann
1-2 Jahre alt werden und in dieser Zeit 500 Eier legen
!
Erwachsene Flöhe können bis zu 3 Monaten außerhalb des Wirtes
überleben.
Etwa 95% der Flöhe und Jugendformen leben in der
Umgebung des Tieres ! |
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SCHADWIRKUNG
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Flöhe
können Bandwürmer auf Hunde und Katzen übertragen.
Direkte
Schadwirkung
Hunde zeigen bei Flohbefall häufig Juckreiz, besonders stark
im Bereich vor dem Schwanzansatz und an den Hinterbeinen
.
Katzen
lecken sich stärker, manchmal exzessiv . Bei manchen Katzen
zeigen sich Symptome erst bei sehr starkem Flohbefall.
Bei Massenbefall
kann es selten zur Blutarmut kommen.
Flohspeichelallergie
Häufig entwickelt sich bei Hund und Katze eine Flohspeichelallergie.
Hunde
zeigen dann eine Hautentzündung v.a im Bereich der Kruppe,
der Hinterbeine und Bauchunterseite. Die Haut zeigt rote Papeln,
Haarlosigkeit und wird bei längerer Dauer schwarz und
lederartig.
Katzen
zeigen oft Krüstchen im ganzen Fell , v.a im Kopfbereich und
Rückenbereich.
Manchmal führt das starke Lecken bei Katzen auch zur Haarlosigkeit
an Bauch und Flanken oder zu stark juckenden Hautveränderungen
auf dem Kopf vor den Ohren.
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DIAGNOSE
| Nachweis
von Flöhen oder Flohkot. Flöhe werden am einfachsten mit
einem speziellen Flohkamm (der nur zur Diagnose
nützlich ist, nicht zum Entfernen der Flöhe!!) entdeckt.
Flohkot
wird ebenfalls im Flohkamm gesehen. Man kann das Fell der
Tiere auch auf nassem Löschpapier ausschütteln; dabei
färbt der Flohkot (Blutreste) das Papier rotbräunlich.
Im Zweifelsfalle
wird man bei Verdacht eine Flohtherapie anstreben; ein Behandlungserfolg
zeigt danach die Richtigkeit der Verdachtsdiagnose.
Eine Flohallergie
kann zumindest beim Hund durch einen Intrakutantest
oder Bluttest festgestell werden.
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BEHANDLUNG
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Flöhe
sind aufgrund Ihrer Biologie (lange Persistenz, v.a. in
der Umgebung des Tieres) und ihrer zunehmenden Resistenz
gegenüber vielen Medikamenten schwer zu behandeln.
Bei Tieren,
die sich im Haus aufhalten, ist es entscheidend, außer den
Flöhen auf dem Tier auch die Jugendformen außerhalb der
Tiere in ihrer Umgebung (Wohnung, Zwinger, Box) zu bekämpfen.
Eine Flohbehandlung
würde also etwa wie folgt aussehen:
- Behandlung
der erwachsenen Flöhe auf dem Tier z.B durch Spot-on
Präparate (Halsbänder, Puder und Schampoos besitzen
z.Z keine ausreichende Wirksamkeit) . Es gibt Spot-on Präparate,
die bis zu 12 Wochen lang eine gute Wirksamheit aufweisen.
Einige dieser Präparate besitzen ebenfalls eine Wirksamkeit
gegen Zecken.
- Verhinderung
der Weiterentwicklung der Jugendstadien in der Umgebung
des Tieres. Dies kann durch Aussprühen oder Vernebeln
von geeigneten Wirkstoffen in der Wohnung versucht
werden (VORSICHT : Auch Menschen haben wochenlang Kontakt
mit dem Medikament ). Eine gute, leider sehr arbeitsintensive
Möglichkeit ist das Einbürsten von Borsalzen in den Teppichboden.
Diese Stoffe sind quasi ungiftig, relativ preisgünstig
und wirken sehr lange (1Jahr !) rein physikalisch durch
Austrocknen der Eier und Larven. Eine bequemere aber
relativ teure Alternative ist die Behandlung der Tiere zusätzlich
zum Adultizid mit Wirkstoffen, die verhindern, daß
die Eier der Flöhe, die sich auf dem behandelten Tiere befanden,
zum erwachsenen Floh heranreifen können (Wachstumsregulatoren).
- Flohallergie.
Bei Tieren, die eine Flohallergie aufweisen, ist neben
einer konsequenten und langfristigen Eliminierung sämtlicher
Flohgenerationen evt. zusätzlich eine Behandlung mit antiallergischen
Präparaten notwendig.
- Evtl.
eine Bandwurmbehandlung durchführen.
- Eine
konsequente Flohbehandlung wird über mindestens 6 Monate
durchgeführt.
Alle diese Präparate zur Flohbekämpfung sind bei Ihrem
Tierarzt erhältlich. Das für Sie günstigste Regime zur Eliminierung
von Flöhen aus der Wohnung können Sie ebenfalls am besten
zusammen mit einem Tierarzt bestimmen.
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