| Was ist die
Maul- und Klauenseuche ?
Die Maul- und Klauenseuche (= MKS) ist eine weltweit
verbreitete Viruserkrankung bzw. -seuche der Paarzeher. U. a.
können folgende Tiere von der Seuche infiziert werden: Rinder,
Schweine, Schafe, Ziegen, Rot-, Reh-, Dam- und Schalenwild.
Diese Erkrankung gilt neben BSE als die wirtschaftlich
gefährlichste Tiererkrankung - nicht nur in Europa, sondern
fast weltweit. Für die Tiere ist MKS sehr schmerzhaft.
Jeder MKS-Fall ist nach dem Tierseuchengesetzt anzeigepflichtig.
Wieso ist MKS so gefährlich?
Die Gefährlichkeit von der Maul- und Klauenseuche (=
MKS) liegt auf der Hand: Durch die schnelle unproblematische
Verbreitung kann es zu einer unkontrollierbaren Seuche werden,
sobald man die Seuche nicht mit geeigneten Maßnahmen eindämmt.
Im Welthandel gilt MKS neben BSE als die Erkrankung schlechthin.
Sobald in einem Land ein MKS-Fall oder auch nur Verdachtsfall
auftritt wird in der Regel sofort in den anderen Ländern ein
entsprechendes Importverbot verhängt. Dies bedeutet nicht selten
ein hoher Handelsverlust.
Aber auch für die Bauern ist die MKS-Seuche bedrohlich.
Tritt in einem Stall ein MKS-Fall (oder oftmals auch nur ein
Verdachtsfall) auf, wird der gesamte infizierte Bestand getötet.
Entsprechende Beispiele hat man in Deutschland im Februar und
März gesehen. Sobald ein Verdachtsfall auftrat wurde die gesamte
Herde getötet. In der Regel werden nicht die anderweitigen Tiere
getötet, die sich an MKS nicht anstecken können (Pferde, etc.).
Infektionswege
Die Maul- und Klauenseuche (= MKS) wird stets auf dem
direkten Wege übertragen. So zum Beispiel von Tier zu Tier,
innerhalb eines Stalles aber auch auf evtl. auf einem Viehmarkt
oder einem Transport.
Potentielle Virusträger bzw. -überträger können aber
auch Menschen oder andere Tiere wie Pferde sein.
Das Virus überträgt sich auch durch die Luft. Dadurch
ist MKS eine typische Zwischenträgerseuche. Aber auch durch
die entsprechende Milch, das Fleisch oder Küchenabfälle kann
das Virus übertragen werden. Aber noch nicht genug: Der Mensch
selber kann durch seine Kleidung oder mitgeführte Artikel sowie
z.B. auch über den eigenen PKW den Virus weiter verschleppen
und ein Tier infizieren.
Trotz Austrocknung oder niedriger Temperaturen kann das
Virus auch nach Monaten weiter gegeben werden. Diese zähe Dauerhaftigkeit
vergrößert gleichzeitig die MKS-Ansteckungsgefahr.
Am häufigsten werden die Erreger durch die Schleimhäute
(z.B. Mund) der Tiere aufgenommen.
Bevor man überhaupt etwas von der Krankheit an den Tieren
bemerkt, sprich vor dem Krankheitsausbruch, sondern die infizierten
Tiere den Erreger zu großen Teilen wieder ab. Dies kann z.B.
durch Samen, die Schleimhaut oder die Milch geschehen.
Die von einem Tier ausgeschiedenen Erreger reichen wiederum
für die Infektion von über hundert tausend neuen Tiere aus.
Ursache und Vorbeugung
Das Problem von der Maul- und Klauenseuche (= MKS) ist,
dass dieses Virus sehr widerstandsfähig ist.
So bleibt das Virus monatelang auf trockener Kleidung,
Säcken, Stroh, Heu, etc. bestehen. Aber auch im Erdboden, in
der Jauche und in Abfällen bzw. Abwässer bleibt das MKS-Virus
monatelang ansteckungsfähig.
Nur durch einige wenige Punkte können die Viren gezielt
abgetötet werden, wie z.B.
- Desinfektion (z.B. Ameisensäure)
- Direkte Hitzeeinwirkung von mind. einer halben Stunde
von mind. 60 C
Eine Möglichkeit der Vorbeugung ist das Impfen.
Inkubationszeit
Als Inkubationszeit bezeichnet man den Zeitraum zwischen
der Infektion des Tieres und dem Krankheitsausbruch.
Je nach Tier unterscheidet sich die Inkubationszeit zwischen
einem und zwölf Tagen.
Die Symptome
Die Maul- und Klauenseuche (= MKS) ist eine stark fortschreitende
Erkrankung. Meist geht sie einher mit Fieber. Für die betroffenen
Tiere ist es meist eine schmerzhafte Zeit.
Die Maul- und Klauenseuche ist eine sogenannte Aphthenseuche.
In der Regel bekommen die betroffenen Tiere Aphthen (= kleine
Geschwüre an Schleimhäuten) im Maulbereich und an den Eutern.
Im weiteren Verlauf weitet sich die Erkrankung bzw. die Aphthen
in die Speiseröhre und in den Magenbereich aus. Oftmals werden
auch die Klauen der Tiere stark befallen.
Symptome bei Schafen:
Die MKS bemerkt man bei Schafen meist durch das
lahmgehen von den Tieren. Zudem bilden sich leichte Aphthen
am Maul bzw. an den Lippen. Die Symptome bei den Schafen ist
meist sher unauffällig.
Symptome bei Rindern:
Rinder speicheln sehr stark und der Speichel tritt
übermäßig aus dem Maul aus. Aber auch Fieber und verstärkter
Puls sind die ersten Anzeichen der Maul- und Klauenseuche. Bei
Rindern treten die Aphthen an der Lippen-Innenseite, am Zahnfleisch
und an der Zunge auf. Starke Schmerzen im Fußbereich kommen
noch hinzu. Bei Milchkühen gilt als erstes alarmierendes Anzeichen
der schlagartige Rückgang der Milchproduktion. Junge Kälber
verenden meist wie Schweine ohne weitere Anzeichen.
Symptome bei Schweinen:
In den überwiegenden Fällen bewegen sich die Schweine
nur noch rutschend von der Stelle. Dies hat den Grund, dass
die Klauen sehr stark von den Aphthen (= kleine Bläschen) befallen
werden. Junge Ferkel verenden in der Regel ohne erkennbare Anzeichen.
Bei größeren Schweinen/Säuen sind die Anzeichen durch das nicht
aufstehen der Tiere oder nur mit schwerer Anstrengungen. Aber
auch an den Zitzen der Sau können Aphthen auftreten die meist
auch noch blutig aufgeplatzt sind.
Therapie
Eine erfolgsversprechende Therapie gibt es leider nicht.
In der Regel werden nach einem MKS-Fall oder nur -Verdachtsfall
sämtliche Tiere von dem betroffenen Hof direkt getötet, obwohl
erwachsene Tiere die Erkrankung meist überleben.
Impfungen
Bis ins Jahre 1991/1992 wurde innerhalb der EU gezielte
Flächen-Impfungen gegen drei Arten der Maul- und Klauenseuche
(= MKS) durchgeführt. Dies machte damals auch durchaus Sinn,
denn zu der damaligen Zeit gab es innerhalb der EU nur diese
drei Typen. Durch die Flächenimpfungen waren diese Typen jahrelang
verschwunden. Seit der damaligen Zeit wurden keine Impfungen
mehr durchgeführt, weil keine Notwendigkeit gesehen wurde.
MKS ist vergleichbar mit einer Grippe. Sowohl MKS als
auch eine Grippe kann man nur wirksam bekämpfen bzw. davor vorsorgen,
wenn man den Seuchenstamm identifiziert. Daher ist eine Impfung
gegen "alte bekannte Stämme" meist unnötig, da es sich momentan
wahrscheinlich um eine neue Form der MKS handelt.
Ein weiterer Punkt ist, dass bei einer Impfung nicht
mehr konkret unterschieden werden kann, ob es sich bei dem Tier
um ein infiziertes oder nur ein geimpftes Tier handelt. Bei
jeder Impfung entstehen Antikörper und dies kann oftmals und
zu einem späteren Zeitpunkt nicht mehr nachgeprüft werden.
Es gibt Impfstoffe, die jedoch nur im äußersten Notfall
eingesetzt werden sollten - sprich, zum Schutz von akut betroffenen
Tiere. Man spricht sodann von einer sog. Schutzimpfung. Die
Phramaunternehmen haben bereits signalisiert, dass die entsprechende
Impfstoffmenge kurzfristig produziert werden kann.
Seuchenbetrieb und Sperrbezirke
Die jeweils örtlichen Behörden können einen Betrieb,
Stall, Hof, etc. zu einem Seuchenbetrieb erklären, sofern die
gesetzlichen Bestimmungen eingehalten werden. Meist genügt schon
ein leichter Verdacht bzw. erste Anzeichen der Maul- und Klauenseuche
(= MKS).
Der "Seuchenbetrieb" wird dann sofort ganz abgesperrt.
Die Behörden bzw. der Besitzer muss dann mittels Schilder den
Betrieb als sog. Seuchenbetrieb kenntlich machen.
Je nach Größe und Lage des Betriebes kann auch das nähere
Umfeld (bis zu 3 Km) abgesperrt werden und gleichzeitig bzw.
oder ein Beobachtungsgebiet im Radius von 10 Km eingerichtet
werden.
Personen die in ein Seuchenbetrieb müssen, müssen in
jedem Fall bestimmte Regeln und Bestimmungen eingehalten werden:
- Desinfektion nach jedem Austritt aus dem Seuchenbetrieb
- Gründlichsten waschen und das komplette Umziehen der
Kleidung und -- waschen (= kochen)
Informationsblatt für Reisende aus Anlass
des Auftretens der Maul- und Klauenseuche
Sehr geehrte Reisende ! Sehr
geehrter Reisender !
Während Ihrer Reise hatten oder
haben Sie möglicherweise ohne Ihr Wissen und unbeabsichtigt
Kontakt mit dem Erreger der Maul- und Klauenseuche .
Diese Krankheit ist für den Menschen
ungefährlich, das Virus ist jedoch hochgradig ansteckend
für alle Klauentiere und kann bei den empfänglichen
Tierarten (insbesondere Rindern, Schweinen Schafen und
Ziegen) zu schweren wirtschaftlichen Verlusten führen.
Der Seuchenerreger wird von infizierten
Tieren weitergegeben, kann aber auch durch Fleisch und
Milch sowie deren Produkte, durch Häute, Felle und Trophäen,
aber auch Kleider und Schuhe oder andere Gegenstände
aus infizierten Gebieten übertragen werden.
Daher sind Maßnahmen zum Schutz
vor der Einschleppung und Verbreitung dieser Seuche
dringend erforderlich, um die einheimischen Klauentierbestände
zu schützen.
Bitte berücksichtigen Sie folgende
Regeln, wenn Sie aus einem Land oder einer Region zurückkehren,
in dem Fälle von Maul- und Klauenseuche aufgetreten
sind:
Bringen Sie keine von Klauentieren
stammenden Erzeugnisse von Ihrer Reise mit, auch wenn
sie nur für den eigenen Verzehr - z.B. als Reiseproviant
- oder Gebrauch oder als Geschenk vorgesehen sind.
Reinigen und Desinfizieren Sie Ihre
Schuhe und Kleidung nach einem Besuch auf einem Gehöft
mit Rindern, Schafen, Ziegen oder Schweinen und vermeiden
Sie anschließend für mindestens eine Woche jeden Kontakt
mit Tieren der empfänglichen Arten.
Füttern Sie niemals Tiere, auch
keine Schweine, mit Speiseresten!
- Herzlichen Dank für Ihr Verständnis
und Ihre Kooperation -
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Obwohl sich der Verdacht auf
einen Ausbruch der Maul- und Klauenseuche in Deutschland bisher
nicht bestätigt hat, schwebt die Seuche wie ein Damoklesschwert
über deutschen Tierhaltern.
In den vergangenen Wochen gab es in den Kreisen Borken,
Coesfeld, Warendorf und in Gießen MKS-Verdachtsfälle. Dort waren
vorsorglich insgesamt etliche tausend Tiere getötet worden,
um eine Ausbreitung der Seuche zu verhindern. Das Tübinger Institut
konnte bisher jedoch in allen Fällen Entwarnung geben. Grund
zum Aufatmen geben die negativen Testergebnisse allerdings nicht.
Die Angst vor der Seuche bleibt. Angesichts der eher trägen
Sicherheitsvorkehrungen und krimineller Machenschaften bleibt
sie offenbar zu recht.
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MKS-Aphthe auf der Rüsselscheibe
eines Schweins
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Nachlässigkeit
Obwohl die Symptome bei den Schweinen im Münsterland
deutlicher waren, als in allen MKS-Verdachtsfällen zuvor, sperrten
die Behörden die Zufahrt zu dem betroffenen Hof erst 21 Stunden
nachdem der Verdacht bekannt wurde. Scharen von Reportern, Schaulustigen
und Spaziergängern tummelten sich bis dahin ungehindert in der
unmittelbaren Nähe des Hofes. Im Umkreis von drei Kilometern
liegen rund 60 landwirtschaftliche Betriebe mit Zehntausenden
Tieren. Ein weiteres Sicherheitsrisiko: Die Proben sollen nicht
wie vorgeschrieben per Hubschrauber, sondern mittels PKW nach
Tübingen gelangt sein. Landwirtschaftsministerin Bärbel Höhn
erklärte im Westdeutschen Rundfunk, dass im Falle einer Bestätigung
die Seuche in Münsterland im schlimmsten Gebiet ausgebrochen
wäre, das man sich dafür vorstellen könne. Dieser Einschätzung
schlossen sich inzwischen zahlreiche Experten an. Denn alleine
im Kreis Steinfurt werden mehr als 900.000 Schweine und 150.000
Rinder gehalten. Der Ausbruch der Seuche in dieser Region hätte
Massenkeulungen von mehreren tausend, wenn nicht Hunderttausenden
Tieren zur Folge haben können.
Münchner Stadtrat setzt sich über Impfverbot hinweg
Getreu dem Namen seines Vereins www.davidgegengoliath.de
protestierte Stadtrat Bernhard Fricke gegen die möglicherweise
bevorstehenden Massenkeulungen.
Ihm soll angeblich eine Geldstrafe von 50.000 Mark drohen,
weil er sein Schaf "Seraphin" eigenhändig mit dem trivalenten
Impfserum Aftofax der Firma Merial gegen MKS geimpft hat. Den
Impfstoff hatte sich der Jurist und Journalist aus den Vereinigten
Arabischen Emiraten besorgt und die Impfung an insgesamt drei
Schafen "unter bewusster Missachtung der EU-Vorschriften, die
trotz vorhandener Hilfsmöglichkeiten einen Massen-Tiermord aus
primär kommerziellen Gründen billigend in Kauf nehmen", vorgenommen.
Fricke, der immer wieder mit umstrittenen Aktionen von sich
reden macht, steht voll und ganz hinter dieser Aktion. "Tiere
über Kommerz - Leben über Kommerz, Gott hat uns seine Schöpfung
anvertraut", so der Jurist, der ohne Rücksicht auf mögliche
Repressalien gegen Massentierschlachtungen kämpft.
Mit Einverständnis Frickes stehen seine Tiere zur Zeit
unter Quarantäne und ständiger tierärztlicher Kontrolle. Fricke
rechnet fest damit, die Schafe bald wieder in seine Obhut nehmen
zu können.
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MKS-Erosionen am Zahnfleisch eines
Rindes 48 Stunden nach der Generalisierung
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Flächendeckende Impfungen werden
gefordert
Nicht zuletzt angesichts der grausamen Bilder
von Massenkeulungen und dem damit verbundenen Leid für die betroffenen
Menschen und Tiere, ist der Ruf nach bundesweiten Impfungen,
die als einziges probates Mittel eine Ausbreitung der Seuche
verhindern könnte, verständlich. In Band 2, der mit Unterstützung
des durch die Byovac Vakzine-Reservebank Deutschland ermöglichten
Publikation "Ist der praktische Tierarzt auf einen eventuellen
MKS-Ausbruch vorbereitet", Herausgeber, Bayerischen Landestierärztekammer,
wird nicht nur anhand der Fotos MKS-infizierter Tiere mehr als
deutlich, dass diese Seuche rigoros bekämpft werden muss.
Nach der Einstellung der MKS-Flächenschutzimpfung
1991 in Deutschland haben 14 Bundesländer mit der Bayer AG einen
Vertrag zur Bekämpfung der MKS in der BRD abgeschlossen. Demzufolge
ist die Bayer AG in der Lage, bei Bedarf 36 Millionen Dosen
monovalenter MKS-Vakzine zu den bereits vorhandenen 1 Millionen
monovalenter MKS-Vakzine herstellen, prüfen und liefern zu können.
Einen Engpass beim Impfstoff wird es aufgrund des umfangreichen
Abkommens der 14 Bundesländer mit der Bayer AG demzufolge nicht
geben.
Illegaler Handel?
Per Telefon haben dubiose Viehhändler einem
Landwirt im Hochsauerlandkreis trotz des absoluten Importverbots
Schweine aus den Niederlanden mit einer Preisermäßigung von
80 Prozent angeboten. Der Landwirt informierte die zuständigen
Behörden.
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MKS-Aphthen an den Klauen und
Afterklauen eines Schweines
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Eröffnete Sekundäraphthen auf
der Rinderzunge 72 Stunden nach der Generalisierung
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