Informationen rund um BSE



Was ist BSE und Woher kommt BSE
Bei der BSE (Bovine Spongiforme Enzephatopathie) handelt es sich um eine tödlich verlaufende, durch krankhaft veränderte infektiöse Eiweiße (Prionen) ausgelöste Gehirnerkrankung der Rinder. Die Krankheit wurde erstmals 1986 bei Rindern im Vereinigten Königreich beschrieben. Bis heute gibt es kein verlässliches Verfahren zur Diagnose der BSE am lebenden Tier.
Als Hauptursache von BSE gilt infiziertes Tierkörpermehl, das aus erkrankten Tierkörpern hergestellt wurde. In den ersten Jahren, als diese Rinderkrankheit zunächst ja fast ausschließlich und in großer Zahl in Großbritannien auftrat, ging man davon aus, dass Tierkörpermehl, das aus den Tierkörpern von an Scrapie erkrankten und verendeten Schafen hergestellt war, diese Epidemie verursachte.
Auch veränderte Herstellverfahren in der Tierkörperbeseitigungstechnologie in GB werden immer wieder als zumindest mitentscheidender Faktor für die große Zahl erkrankter Rinder speziell in GB angeführt. Bis Ende 1987 wurden in GB bereits 442 Fälle der Tierseuche gezählt, die sich dann rasch ausbreitete. 1992 wurden mit mehr als 36.000 Fällen der Höchststand verzeichnet. Seither sind die BSE-Fälle im Vereinigten Königreich rückläufig, und zwar auf etwa 3.500 in 1998, etwa 2.600 in 1999 und in 2000 bislang (Stand Nov. 2000) 1.100. Im Vereinigten Königreich sind damit insgesamt mehr als 170.000 BSE-Fälle in mehr als 34.000 landwirtschaftlichen Betrieben aufgetreten.
Eines der Hauptprobleme war sicherlich, dass jahrelang, zumindest in einem Teil der landwirtschaftlichen Betriebe, an Wiederkäuer überhaupt Tiermehle verfüttert wurden. Unabhängig davon, ob diese nun verseucht oder sauber waren, eine unnatürliche und erst seit 1994 in der Europäischen Union verbotene Praxis.
Am 26.November 2000 wurde nun erstmals ein positiver BSE-Test für ein am 22. November geschlachtetes deutsches Rind durch die Bundesforschungsanstalt für Viruskrankheiten in Tübingen bestätigt.
Zum heutigen Zeitpunkt (15.Januar 2001) sind in Deutschland 12 Rinder mit BSE registriert.

Welche Infektionsherde werden derzeit für die Deutschland positiv BSE-getesteten Rinder vermutet?
Im Mittelpunkt der Diskussion über die möglichen Ursachen für das Auftreten von BSE bei deutschen Tieren stehen weiterhin Futtermittel, die Tiermehle enthalten haben. Eine andere mögliche Ursache ist in einem Artikel der FAZ vom 29.12.2000 nach dem ersten BSE-Fall in Niedersachsen wie folgt beschrieben:
"BSE-Verdacht in Niedersachsen Hat sich bestätigt"
..."Bei der Aufklärung des BSE-Falles stünden die Behörden vor Rätseln, denn es handele sich um einen sehr ordentlich geführten Betrieb mit sehr korrekter Buchführung. So könne man ausschließen, dass "Tiermehl" bei der Fütterung verwendet worden sei.
Die Behörden und der Minister vermuten deshalb als "wahrscheinlichen Infektionsweg" das Milchaustauschfutter, das die jetzt getötete und getestete Kuh nach ihrer Geburt 1996 erhielt. Auffällig ist nach Bartels (niedersächsischer Landwirtschaftsminister) Darstellung, dass alle mit BSE infizierten Tiere, auch die aus Bayern und Schleswig-Holstein, 1995 und 1996 zur Welt gekommen seien und vermutlich in den ersten Lebensmonaten infiziert wurden.
Der betroffene Landwirt bezieht dieses Futter nach Bartels Angaben seit langer Zeit von einem Hersteller in den Niederlanden. Auch das BSE-Rind in Schleswig-Holstein war mit Milchaustauschfutter aus den Niederlanden gefüttert worden. Die BSE-Rinder in Bayern dagegen hatten Austauschfutter aus Italien erhalten. Milchaustauschfutter, das an die Kälber schon etwa eine Woche nach der Geburt (statt der Milch) verfüttert werden kann, besteht vor allem aus Magermilchpulver, Grieben und tierischen Fetten. Zur Rückverfolgung der Lieferungen und Produktionsverfahren seien jetzt "kriminologische Verfahren" nötig, um die Ähnlichkeiten und Parallelitäten aufzuspüren."...

Kann man noch Rind- und Kalbfleisch essen?
Das Bundesministerium für Ernährung, Landwirtschaft und Forsten nimmt zu dieser Frage im Internet (www.bml.de, per 09.01.2001) wie folgt Stellung:
"Fragen Sie Ihren Metzger oder Lebensmittelhändler, wo das Rindfleisch herkommt. Wenn Sie dem Metzger und seinem Lieferantenvertrauen, können Sie das schiere Muskelfleisch vom Rind nach wie vor essen. Kalbfleisch gilt als weniger problematisch, weil der Erreger bei Jungtieren vermutlich erst in geringen Mengen vorhanden ist. Als unbedenklich kann Kalbfleisch aus Mutterkuhhaltung gelte, da die Tiere mit Vollmilch aufgezogen werden. Wenn Sie noch sicherer gehen wollen, verzichten Sie auf Rindfleisch und rindfleischhaltige Wurst bis weitere Untersuchungsergebnisse vorliegen. Entsprechendes gilt für Kalbfleisch."

Das Ministerium Ländlicher Raum Baden Württemberg nimmt zu dieser Frage in einem Informationsblatt "BSE-Fragen und Fakten" wie folgt Stellung:
"Eine Infektion über Muskelfleisch ist bisher experimentell nicht gelungen und gilt als unwahrscheinlich."

Besteht bei Milch und Milchprodukten eine Infektionsgefahr?
Das Bundesministerium für Ernährung, Landwirtschaft und Forsten nimmt zu dieser Frage im Internet (www.bml.de, per 09.01.2001) wie folgt Stellung:
"Nein. Milch und Milchprodukte können nach derzeitigem Wissensstand ohne Bedenken verzehrt werden."

Das Bundesministerium für Gesundheit nimmt hierzu im Internet (www.bmgesundheit.de per 08.01.2001) wie folgt Stellung:
"Milch und Milchprodukte gelten nach dem heutigen wissentschaftlichen Kenntnisstand auch weiterhin als sicher, da alle Übertragungsversuche des BSE-Erregers durch Milch negativ verliefen."

Das Ministerium Ländlicher Raum Baden Württemberg nimmt zu dieser Frage in einem Informatiosblatt "BSE-Fragen und Fakten" wie folgt Stellung:
"Bisher konnte der BSE-Erreger in der Milch nicht nachgewiesen werden, selbst bei BSE erkrankten Kühen nicht. Milch und Milchprodukte, wie Käse und Joghurt, gelten als unbedenklich."

Wie sicher sind Geflügel, Schweinefleisch und Fische?
Das Bundesministerium für Ernährung, Landwirtschaft und Forsten nimmt zu dieser Frage im Internet (www.bml.de, per 09.01.2001) wie folgt Stellung:
"Schweinefleisch, Geflügel und Fisch können Sie nach wie vor problemlos essen."

Das Bundesministerium für Gesundheit nimmt hierzu im Internet (www.bmgesundheit.de per 08.01.2001) wie folgt Stellung:
"Das Fleisch von Schweinen, Geflügel und Fischen ist nach heutigem Wissen in Bezug auf das BSE-Risiko als sicher anzusehen."

Das Ministerium Ländlicher Raum Baden-Württemberg nimmt zu dieser Frage wie folgt Stellung:
"Bei diesen drei Tierarten sind bislang weder BSE-ähnliche Erkrankungen bekannt noch wurden BSE-Erreger gefunden. Ihr Fleisch gilt als unbedenklich."

Sind Produkte, die Gelatine enthalten, gefährlich?
Das Bundesministerium für Ernährung, Landwirtschaft und Forsten nimmt zu dieser Frage im Internet (www.bml.de, per 09.01.2001) wie folgt Stellung:
"Nein. Gelatine wird in Deutschland zu 90% aus Schweineschwarte hergestellt. Auch Gelatine, die von Rindern gewonnen wird, wird so behandelt, dass dabei potentiell vorhandene BSE-Erreger abgetötet werden. Produkte, die Gelatine enthalten, wie z.B. Joghurt, Gummibärchen, können Sie weiterhin problemlos essen."

Das Bundesministerium für Gesundheit nimmt hierzu im Internet (www.bmgesundheit.de per 08.01.2001) wie folgt Stellung:
"...Die Gelatineherstellungsverfahren sind aggressiv (Säure- und teilweise auch Laugenbehandlung, Erhitzung, Trocknung) und reichen nach wissenschaftlicher Ansicht aus, um die Sicherheit auch von Rindergelatine zu gewährleisten. Die Ausgangsmaterialien dürfen nur von genusstauglichen Tieren stammen."
Das Ministerium Ländlicher Raum Baden Württemberg nimmt zu dieser Frage in einem Informationsblatt "BSE-Fragen und Fakten" wie folgt Stellung:
"Gelatine wird aus Bindegewebe, Schwarten und Knochen von Rind und Schwein hergestellt. Ca. 90% der Gelatine in Deutschland stammt vom Schwein. Es werden ausschließlich Ausgangsstoffe von gesund geschlachtete und für den menschlichen Verzehr zugelassenen Tieren verwendet. Die Verfahren im Herstellungsprozess sind aggressiv (Säure- und Laugenbehandlung sowie Hocherhitzung). Eine Gefährdung kann daher mit sehr hoher Wahrscheinlichkeit ausgeschlossen werden."

Inwieweit hat das Verfütterungsverbot vom 02.12.2000 die schon jetzt bestehenden gesetzlichen Regelungen verändert?
Nachdem die Verfütterung von Tiermehlen, ja wie erwähnt, seit 1994 EU-weit für Wiederkäuer bereits verboten war, gilt seit dem 02.12.2000 in Deutschland ein generelles Verfütterungsverbot für Tiermehle und andere Proteine von warmblütigen Landtieren und von Fischen an alle landwirtschaftlichen Nutztiere, das Verbot ist nun also auch für Geflügel und Schweine gültig.

Wie lange dauert es, bis BSE beim Rind ausbricht?
Das Ministerium Ländlicher Raum Baden Württemberg nimmt zu dieser Frage in einem Informationsblatt "BSE-Fragen und Fakten" wie folgt Stellung:
"Von Beginn der Infektion bis zum Ausbruch der Krankheit (Inkubationszeit) vergehen mehrere Jahre. Die erkrankten Tiere waren in der Regel vier bis sechs Jahre alt."

BSE und Heimtiernahrung
Stellungnahme der Masterfoods GmbH (Whiskas, Sheba, Kitekat, Brekkies, Advance, Pedigree, Cesar, Chappi, Frolic, Loyal, TRIM, Multi Complete) von November 2000 lautet:
"Von unseren Heimtierprodukten geht auch nach Ausweitung der BSE-Krise auf Deutschland (und Frankreich) keinerlei Gefahr für Hund und Katze aus. Eine Reihe von rechtzeitig getroffenen Vorsichtsmassnahmen stellt dies sicher:
1. Schon vor Jahrzehnten haben wir freiwillig auf die Verarbeitung von Tiermehl aus den Kadavern kranker oder verendeter Tiere verzichtet.
2. Wir verwenden ausschließlich Rohmaterialien von gesunden Tieren, die von den Behörden als unbedenklich für den Verzehr durch den Verbraucher freigegeben sind -in Frischer, tiefgefrorener und getrockneter Form. Rindermehle verarbeiten wir nicht und haben das auch in den vergangenen Jahren nicht getan.
3. Bereits seit 1990 verwenden wir grundsätzlich keine Rindermaterialien, die den BSE-Erreger enthalten könnten. Zu diesen sogenannten "speziellen Risikomaterialien" gehören u.a. Gehirn und Rückenmark. Wir haben diese Maßnahme von vornherein freiwillig auf alle Rinder bezogen, also auch auf solche aus (bisher) BSE-freien Ländern. Dadurch bestand auch in der Vergangenheit keinerlei Risiko für unsere Produkte."

Ähnlich geartete Aussagen bieten Ihnen alle anderen Heimtierfuttermittel-Anbieter an.

Bitte verwechseln Sie Tiermehl nicht mit Fleischmehl!

Tierische Nebenerzeugnisse
Der Gesetzgeber schreibt zwingend vor, dass bei Nennung der Bestandteile in Gruppen, neben "Fleisch" auch "tierische Nebenerzeugnisse" genannt werden müssen, auch wenn gar keine Nebenerzeugnisse wie Tiermehle enthalten sind.

 



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