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Die
Magendrehung ist für große Hunde eine ständige Gefahr.
Und oftmals, so hart es auch klingt, die Todesursache Nummer Eins bei
Dobermännern.
Es
werfen sich dabei folgende Fragen auf: Was passiert dabei? Was kann
ich tun, um sie zu verhindern? Wie erkenne ich, wenn mein Hund eine
Magendrehung hat? Was tue ich dann?
Was
dabei passiert: In den meisten Fällen besteht ein enger Zusammenhang
mit der Futteraufnahme wie z.B. eine schnelle Aufnahme großer Futter-
und Wassermengen. Durch die zusätzliche Wasser aufnahme quillt das Futter,
wodurch sich das Volumen vergrößert. Es kommt so zur Magenüberladung.
Eine lange Verweildauer des Futters im Magen kann ebenfalls einen Risikofaktor
für die Erkrankung darstellen. Eine große Futtermenge z.B. verweilt
länger im Magen als wenn sie fraktioniert (kleinere Mengen) gefüttert
wird. Schwerverdauliches Futter hat ebenfalls eine längere Verweildauer
im Magen. Der aufgegaste und/oder mit Futter überladene Magen dreht
sich im Uhrzeigersinn um die Speiseröhre herum. Die Folge ist ein
teilweiser oder auch völliger Verschluss von Speiseröhre und
Magenausgang. Der Magen wird sozusagen abgeklemmt und durch die Einwirkung
der Magensäure auf das Futter entsteht Gas, das den Magen immer
mehr aufbläht, da es nicht entweichen kann. Die Milz, die mit dem
Magen über eine dünne Gewebeplatte, das sog. Netz verbunden
ist, kann sich übrigens mitdrehen. Es entsteht ein lebensbedrohlicher
Zustand. Besonders häufig sind große Hunderassen betroffen,
die Magendrehung kann aber auch bei mittleren und kleinen Hunden auftreten.
Was
kann ich tun, um sie zu verhindern: Füttern sie keine zu reichlichen
Mahlzeiten. insbesondere Abends sollte nur eine kleine Menge Futter
gegeben werden. Auch Stress spielt offensichtlich eine Rolle. Gönnen
Sie Ihrem Hund deshalb nach der Fütterung eine Ruhepause von etwa
1-1,5 Stunden. Erfahrungsgemäß fangen viele Dobermänner
nach der Fütterung an zu spielen und zu toben. Es ist zwingend
erforderlich, das Sie Ihren Dobermann in diesem Fall ruhig halten. Schmusen
Sie doch einfach eine kleine Runde mit Ihm, bis er schläft. Einge
Dobermannbesitzer legen Ihren Hund dann auch in der Hundebox ab (Vario-Kennel),
dami er sich nur eingeschränkt bewegen kann.Noch ist nicht genau
geklärt, warum die Magendrehung bei bestimmten Hunderassen besonders
häufig ist. Solange die Ursachen nicht bis in die Einzelheiten
bekannt sind, gibt es keine absolut sichere Methode, eine Magendrehung
zu 100 Prozent zu verhindern. Als Besitzer/ -in eines großen Hundes
mit tiefem Brustkorb (typisches Dobermannmerkmal) müssen Sie daher
ganz besonders aufmerksam sein, damit Sie die Symtome sofort erkennen.
Wie
erkenne ich, wenn mein Dobermann eine Magendrehung hat: Hunde mit einer
Magendrehung sind unruhig, sie würgen, speicheln sehr stark und
erbrechen erfolglos, gefolgt von deutlichen Anzeichen eines Schocks.
Mit der zunehmenden Aufblähung des verdrehten Magens bekommt der
Hund Atemnot; zusätzlich kommt es zu einem Kreislaufkollaps, der
innerhalb kurzer Zeit zum Tod führen kann. Sollten sich diese Zeichen
bei Ihrem Dobie einstellen ist höchste Eile geboten.
Was
tue ich bei Verdacht auf Magendrehung: Beim geringsten Verdacht müssen
Sie SOFORT zu einer tierärztlichen Praxis oder Klinik fahren. Rufen
Sie kurz dort an und informieren sie den diensthabenden Tierarzt/ die
diensthabende Tierärztin darüber, daß Ihr Hund vermutlich
eine Magendrehung hat. Zögern Sie nicht, nur weil Sie unsicher
sind, kein Tierarzt ist Ihnen böse, wenn es nach all der Hektik
nur "falscher Alarm" war. Auch nicht mitten in der Nacht, denn die Magendrehung
ist ein absoluter Notfall. Wenige Minuten können entscheidend für
das Überleben Ihres Dobermanns sein.
Es kann
fast jeden Hund treffen. Meist überfällt diese lebensgefährliche Erkrankung
ältere Hunde mit tiefem Brustkorb und erschlafftem Gewebe, und oft genug,
wenn sie sich nur einmal den Wanst vollschlagen. Und meist zur Unzeit.
Das eigentlich dramatische daran: Es ist immer eine Operation nötig,
und das ist nicht immer möglich.
Zusammenfassung
aus tiermedizinischen Handbüchern:
Die Ursache einer Magendrehung (torsio ventriculi) beziehungsweise Magenverlagerung
ist noch nicht endgültig geklärt. Hunde mittel- bis grosser Rassen mit
tiefer Brust sind besonders gefährdet, ausserdem Rüden doppelt so häufig
wie Hündinnen. Die Torsion (Drehung) tritt meist bei wenig gefülltem
Magen auf. Eine Gewebeschwäche der Magen-Aufhängesysteme bei gleichzeitiger
Magenatonie (-schlaffheit) scheint eine veranlagte Voraussetzung zu
sein.
Nach
bisherigem Wissen kann angenommen werden, dass durch eine Magenschlaffheit
die Entleerung des Magens verlängert und die Selbstreinigungsfunktion
gestört ist. Das führt dazu, dass gasbildende Keime wie Streptokokken
(natürliche, teilweise aber hochgradig krankmachende Bewohner von Schleimhäuten),
Milchsäure-Bakterien, Clostridien (ausserhalb des Körpers befindliche
Bakteriengattung) und Hefen in die Umwandlung des Mageninhaltes eingreifen.
Dabei kommt es zu einer erhöhten Gasbildung, die ihrerseits einen erheblichen
Druck auf die Magenwand ausübt und eine Erschlaffung der Magenmuskulatur
verstärkt.
In vielen
Fällen ist dann nicht nur das Magengewölbe aufgebläht und zusammen mit
der Milz bei einer 90-Grad-Drehung gekippt. Bei einer grösseren Drehung
verlagert sich die Milz. Durch die Blähung des Magens kommt es zu einem
Abklemmen und damit Verstopfen der Pfortader und folglich zum Hochdruck
und zur Venen-Stauung im Magen-Darm-Trakt. Dies führt dann zur Absonderung
vom Gewebeflüssigkeit in Magen, Darm und Bauchhöhle.
Die Drehung
muss dann umgehend operiert werden.
Chronik einer glimpflich verlaufenden
Magendrehung
Autorin:
Katja Hasselbeck
Mittwoch,
17. Januar 2001
19:00
Wir kommen vom Spaziergang nach Hause, die beiden Deutschen Doggen bekommen
ihre Abendfütterung und ich gehe in den ersten Stock ins Arbeitszimmer,
um noch einige Dinge am PC zu erledigen.
21:15
Khani kommt (wie immer mit Tyras im Schlepptau) ins Arbeitszimmer und
nervt. Wahrscheinlich hat er wieder Hunger. Altersdemenz, denke ich,
er hat doch erst vor gut zwei Stunden etwas bekommen. Schicke beide
hinunter auf ihren Platz. Khani wird bald acht, ist kastriert und leidet
seitdem offensichtlich eingebildete Hungerqualen. Die äussern sich dann
schon mal in Quengelei, wenn er ein vergessenes Brötchen in der Küche
entdeckt hat.
21:20
Khani steht wieder hinter mir und nervt. Na gut, vielleicht Durchfall,
kann ja sein. Gut, dass er sich meldet. Schuhe an, Jacke an, mit beiden
vor die Tür, Gassi. Tyras erledigt alles was er erledigen muss und bei
Khani? Fehlanzeige. Nun gut, wer nicht will, der hat schon.
21:30
Schnell wieder rein, es ist doch ziemlich kalt. Beide auf ihre Körbchen
und Kissen geschickt, wieder ins Arbeitszimmer.
21:35
Khani wieder da. Nervt erneut. Nun gut, man soll es ja ernst nehmen,
wenn der Hund sich meldet. Runter, Schuhe, Jacke, das gleiche Spiel,
allerdings diesmal ohne Tyras. Fehlanzeige.
21:40
Wieder zurück, etwas schlecht gelaunt wegen der Störungen, wieder ins
Arbeitszimmer. Da steht er schon wieder hinter mir. Wieder das gleiche:
raus, nichts. Ich werde unruhig. Der Hund wirkt irgendwie unglücklich.
Umdrehen, rausgehen, nichts.
21:45
Das gleiche Spiel. Der Hund steht nun im Flur wie ein Esel: gebeugt,
gebückt, schaut mich an wie ein waidwundes Reh. Diesmal aber noch etwas
neues: er würgt und versucht zu erbrechen. Es kommt nichts ausser ein
wenig Sabber. Und nun fällt endlich bei mir der Groschen: wenn nichts
kommt...dann hat der Hund womöglich eine Magendrehung?
Wir stehen
draussen am Strassenrand und er versucht erfolglos, sich zu übergeben.
Wieder nur das bisschen Sabber. Er schürft sich den Nasenschwamm auf
im Strassengraben weil er verzweifelt versucht, irgend etwas herauszuwürgen
was nicht herauskann.
21:50
Wieder vor der Haustür. Hund sofort ins Auto, ins Haus, Handy, Tierarzt
anrufen. Das ist zu unserem grossen Glück ein Landarzt, bei dem rund
um die Uhr das Telefon besetzt ist. Und der innerhalb weniger Minuten
zu erreichen ist. Ich schildere gar nichts, sondern informiere nur,
dass ich unterwegs bin und warum. Ich bin merkwürdigerweise erstaunlich
ruhig und konzentriert. Tyras schaut etwas dumm und muss allein zurückbleiben.
Der Hund
beginnt bereits, leicht aufzugasen. Nun sind die Anzeichen unzweideutig.
Von unterwegs verständige ich meinen Mann. Der springt sofort ins Auto.
22:00
Eintreffen beim Tierarzt. Die Tochter ist da, der Vater ist unterwegs.
Röntgen. Bei Landärzten geht das zum Glück im Stehen, dort gibt es portable
Röntgengeräte. Man hat hier viel mit Pferden zu tun.
Torsten
kommt dazu, wir sehen uns gemeinsam das Röntgenbild an. Unmissverständlich:
der Magen ist voll und einmal um seine eigene Achse gedreht. Die Gasentwicklung
hält sich noch in Grenzen. Die Tochter kann nicht allein operieren,
das wäre zu riskant: OP und Anästhesie in einer Hand machen wenig Sinn.
Wir können nicht helfen, was wir sonst immer tun. Aber da geht es auch
nicht um Leben und Tod sondern vielleicht mal um einen Schnitt im Ballen...
Der Hund
bekommt eine Spritze gegen den Schock und eine Infusion gegen den möglichen
Kreislaufzusammenbruch. Es muss Flüssigkeit in den Körper, weil durch
die Drehung grosse Blutgefässe abgeschnürt sind.
Die Entscheidung
wird uns abgenommen, wir werden in die Tierklinik geschickt. Die Tierärztin
drückt uns einen kopierten Zettel mit der Anfahrtsbeschreibung in die
Hand und hilft uns, den Hund im Auto unterzubringen und den Tropf zu
befestigen. Sie will die Klinik telefonisch informieren während wir
unterwegs sind.
23:00
Eintreffen in der Tierklinik nach einer Höllenfahrt, die kein Ende nehmen
wollte. Wir werden erwartet und wider Erwarten gebeten, im Wartezimmer
Platz zu nehmen. Der Hund steht neben uns und erträgt sein Schicksal
mit stoischer Unruhe. Wieder dieser Eselsausdruck in seinem Gesicht.
Man will sich gleich um uns kümmern. Eine Weile nach uns kommen Leute
mit einem pelzigen Bündel auf dem Arm und rotgeweinten Augen. Ihre Katze
ist auf der Fahrt gestorben.
Ich habe
ernstlich Mühe, mich im Zaum zu halten. Sie werden in einen Raum gebeten
und man kümmert sich um sie. Ich flippe fast aus und irgendwann lässt
mich der Gedanke nicht mehr los, dass dort gerade Menschen getröstet
werden, die mir zwar unendlich leid tun, deren Tier aber nun mal nicht
mehr zu helfen ist. Was ist hier los?
Gerade
rechtzeitig vor einem Ausbruch kommt ein Arzt und bittet uns - zum Röntgen!
Selbstverständlich hat keiner von uns daran gedacht, die kurz vorher
angefertigten Röntgenbilder mitzunehmen...aber die Tierklinik röntgt
wohl eh lieber noch mal selbst. Von wegen Verantwortung und so, Sie
verstehen. Ich verstehe gar nichts mehr. Torsten hat seit einer Stunde
ein versteinertes Gesicht und will nicht reden.
23:45
Endlich! Nun soll unser Hund operiert werden. Er steht immer noch tapfer
auf seinen eigenen Beinen. Man macht uns nach Erledigung aller Formalitäten
auf die Risiken aufmerksam: der Hund ist nicht mehr der jüngste, es
kann sein, dass er die OP nicht oder nur um wenige Tage überlebt. Er
muss etwa fünf Tage in der Klinik bleiben und darf keinen Besuch haben
um ihn nicht aufzuregen. Verständlich aus Hundesicht, unverständlich
für die Menschen...
Man sagt
uns ausserdem, dass wir getrost nach Hause fahren können, bei der OP
dürfen wir nicht dabeisein und warten müssen wir auch nicht. In einem
Halbsatz die Frage nach der Handynummer, denn es könne sein, dass bereits
so viel Gewebe abgestorben ist, dass man nicht mehr weiteroperieren
könne.
Und wir
sollen heimfahren? Nein, wir entscheiden uns zu bleiben. Torsten tigert
durchs Wartezimmer, ich setze mich in eine Ecke. Jetzt plötzlich löst
sich die Anspannung in einem Heulkrampf auf.
0:30
Der Arzt steckt seinen Kopf durch die Tür und informiert uns darüber,
dass sie weiteroperieren werden. Uns fällt der erste Stein vom Herzen.
Wir fahren heim.
Donnerstag,
18.1.2001
9:00
Telefonische Nachfrage ergibt, dass Khani die OP recht gut überstanden
hat. Wir dürfen zu festgesetzten Zeiten anrufen und fragen, wie es ihm
geht. Er habe dank seiner guten Kondition und dank der guten Erstversorgung
durch unseren Tierarzt einen grossen Vorteil gehabt.
Montag,
22.1.2001
Gegen Mittag
Torsten hat Khani aus der Klinik abgeholt. Nun liegt er daheim in seinem
Körbchen, offensichtlich geschwächt, aber zufrieden. Eine Klinik ist
keine Beauty Farm, das wussten wir vorher, aber sein äusserer Zustand
lässt sehr zu wünschen übrig. Er hat offene Liegestellen an den Ellenbogen,
etwas, das man mit dicken Unterlagen eigentlich recht gut vermeiden
kann. Vorher hatte er das nicht. Wer weiss, wie er da untergebracht
war...
Kotflecken
im Fell ist auch nicht das, was bei uns daheim üblich wäre. Auch das
lässt Rückschlüsse auf die Unterbringung zu, und vor allem auf die Pflege
dort und die regelmässige Überwachung des Rekonvaleszenten...aber wir
sind ja froh, dass er überlebt hat. Das relativiert manches. Die Klinik
bestand übrigens auf sofortiger Begleichung der Rechnung bei Abholung,
ansonsten gibt man dort keine Tiere heraus. Ich stelle Überlegungen
an, was sie wohl in einem solchen Falle tun...
Nachmittag
Ich komme aus dem Büro heim. Khanis Zustand hat sich verschlechtert,
er hat hohes Fieber und Husten. Torsten hat bereits die Tierärztin verständigt,
die auch schon dagewesen war. Sie hat in der Klinik angerufen und in
seinem Beisein den behandelnden Arzt zur Schnecke gemacht. Im Moment
tippt sie auf eine Lungenentzündung. Wir müssen den Hund in die Praxis
bringen. Dort angekommen kommt er an den Tropf und bekommt diverse Spritzen.
Mir egal, was sie macht, Hauptsache es wirkt...
Er zittert
und friert. Er muss über Nacht dortbleiben und bekommt einen kleinen
OP als Nachtlager zugewiesen. Ich fahre heim und hole sein Kissen. Ein
pinkfarbener Fleecepulli von Herrchen muss auch noch dran glauben, frieren
soll er nicht. Der Husten gibt mir sehr zu denken...ich hoffe, dass
es nicht das Herz ist, in diesem Alter und nach einer solchen OP.
Dienstag,
23.1.2001
Morgens
Torsten telefoniert mit der Tierärztin. Es sieht nicht gut aus. Sie
hat unter anderem ein Herzultraschall gemacht und festgestellt, dass
das Herz tatsächlich nicht in Ordnung ist. Schwere Herzinsuffizienz.
Die Wände sind nur noch ein Viertel von dem wie sie sein müssten, dafür
ist es etwa doppelt so gross. Sie will die Behandlung sofort starten,
macht uns aber wenig Hoffnung dass er es schafft.
Nachmittags
Torsten telefoniert wieder mit der Tierärztin. Wir sollen kommen, wir
müssen eine Entscheidung treffen...es muss ihm sehr schlecht gehen,
denn er will nicht fressen. Ihre Mutter hat ihm sogar was gekocht, aber
er will nicht... Wir fahren sofort hin. Jeder in Gedanken versunken.
Wir haben beide Angst vor dem, was uns erwartet.
Angekommen,
gehen wir in Khanis Einzelzimmer. Er versucht aufzustehen und wedelt
schwächlich mit der Rute. Wir setzen uns zu ihm, damit er sich nicht
so aufregt. Seine ehemals schwarze Gumminase ist bräunlich und rissig,
aber sie funktioniert noch: sofort dockt er an meiner Tasche an und
sucht nach Leckerchen. Seine Lebensgeister scheinen wiedererweckt...
Die Tierärztin
lacht und sagt uns, wir sollen ihn mit heimnehmen, egal wie es ausgeht,
bis morgen früh. Da sei er jedenfalls besser aufgehoben als in der Praxis.
Also kommt er mit und sinkt mit einem tiefen Seufzer in sein Körbchen.
Tyras steht verwirrt daneben und versteht die Welt immer noch nicht.
Erst ist er weg, dann ist man tagelang allein, kaum ist er wieder da,
ist er schon wieder weg und dann gehts ihm nicht gut und spielen will
er auch nicht.
Die nächsten
Tage
Morgens und abends fahren wir zum Tierarzt, Spritzen, Tropf. Er frisst
immer noch nicht. Die Magendrehung war in den letzten Tagen weit in
den Hintergrund gerückt, aber auch davon muss er sich ja noch erholen...
Wir kommen jeden Tag ein paar Meter weiter draussen.
Ich wechsle
die Schonkost, Reispampe mit püriertem Putenfleisch behagt ihm wohl
nicht so. Der beste Ehemann von allen hatte im Supermarkt vor dem Tiefkühlgeflügel
gestanden und sich gedacht, dass sein Prinz etwas besseres verdient
hat. So fanden dann mehrere Kilo frische Putenbrust den Weg in unseren
Kühlschrank. Nun gibt es also Nudeln mit Putenstückchen. Der kleine
Feinschmecker bekommt glänzende Augen, Nudeln konnte er noch nie widerstehen.
Ich habe
mir ein paar Tage Urlaub genommen, zum Glück hat man im Büro Verständnis
für mich. Sie wissen ja alle, dass wir beide einen kleinen Tick haben
mit unseren Hunden...obwohl man dort nicht so ganz nachvollziehen kann,
wie man in einen so alten Hund noch so viel Geld investieren kann...ich
mag diese Amortisationsdenke nicht diskutieren.
Er erholt
sich zusehends und zeigt schon wieder erste Anzeichen von Altersstarrsinn.
Wir sind glücklich.
Im Juni
Khani wird in ein paar Tagen acht Jahre alt. Er hat sich glänzend erholt,
die Magendrehung scheint vergessen. Unsere Vorsicht hat sich erhöht,
wir ergreifen alles an Massnahmen, um diesem Gespenst nicht noch mal
gegenüberzustehen. Die Herzerkrankung haben wir medikamentös in den
Griff bekommen.
In Gesprächen
mit der Tierärztin haben wir herausgefunden, dass dies in unserem speziellen
Fall der Auslöser für die Magendrehung gewesen sein könnte. Schlechte
Durchblutung, Verdauungsstörung, mit vollem Magen die Treppe herunter.
Das versetzt den Magen in eine Schlingerbewegung und durch die Abwärtsneigung
passiert es dann.
Die Anzeichen
waren in unserem Fall sehr typisch, die Erstversorgung schnell und professionell,
sein Allgemeinzustand durch viel Bewegung sehr gut. Wir haben sehr viel
Glück gehabt.
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Bitte nur anwenden, wenn man sicher
genug ist und sich vorher bei einem Erste Hilfe Kurs beim Tierarzt
alles genau hat erklären lassen.
ERSTE HILFE BEI
MAGENDREHUNG
Die Anwendung
in diesem Bericht ist nur für Erste Hilfe zuständig und wenn der
Hund aufgebläht ist. Es ersetzt natürlich nicht die professionelle
Hilfe.
Eine Tasche mit folgendem Inhalt
sollte man immer zu Hause haben :
Beschreibung was man genau machen
soll Ein Stethoskop Eine Rolle mit Bändern Einen Magenschlauch
Eine Röhren Nadel 14 Durchmesser Gelee (TA oder Apotheke hat so
was) So eine Tasche sollte immer in der Nähe sein wenn
man eine Dobermann hat. Magendrehung ist ein akutes und
gefährliches Problem und muss SOFORT behandelt werden. Während
des Fressens inhaliert der Hund Luft und dadurch kann Gas im Magen
entstehen.
GAS IM MAGEN IST LEBENSBEDROHLICH
Einige Symptome sind Besorgniserregend : Völligkeit
nach dem Fressen, starker Speichelfluss, Winseln, unkontrolliertes
Umherlaufen, Auf und Niederlegen, sich dauernd Strecken, der Bauch
ist aufgebläht, Erbrechen, starkes Atmen, Desinteresse am Futter,
dunkelrotes, oder blaues oder graues oder weißes Zahnfleisch,
starkes Herzklopfen und schwacher Puls ist dann auch zu fühlen.
ENTSCHEIDENDE PHASE BEI
DER DREHUNG Zahnfleisch anschauen Puls und Herzschlag
kontrollieren auf die Ausdehnung und das Verhältnis des Unterleibes
schauen
EINIGE HILFEN ZUM
ERKENNEN DER DREHUNG Schau auf das Zahnfleisch. Drück
es etwas und wenn Du es losläst, muss die Farbe sofort wieder
da sein. Wenn Du es drückst und es ist stark gerötet, blau, grau
oder weiß und geht nicht sofort auf die normale Farbe zurück,
ist es gefährlich. Dann SOFORT erste Hilfe leisten.
| WAS
MAN DANN MACHEN SOLL Die Symptome
sind : |
Unruhe
nach Luft schnappen
Speicheln
Alle 10-20 Minuten erbrechen ohne das was rauskommt
aufgeblähter Unterleib, der sich immer mehr erweitert
|
Aktion:
| SOFORT
Tierarzt anrufen
und Hund hinbringen Noch
Symptome : |
Zahnfleisch stark
gerötet
starker Herzschlag
hohles Geräusch wenn man auf den Bauch schlägt
alle 2-3 Minuten erbrechen |
| Noch
Symtome : |
Zahnfleisch ist weiß
oder blau
Hund kann nicht mehr aufstehen und verkrampft sich
Bauch ist immens stark gebläht
Extrem starker Herzschlag und schwacher Puls
Tod ist nah !!!
Sofort zum Tierarzt ! |

Herzschlag ertasten

Puls
ertasten
Herzschlag kannst man am besten auf
der linken Brustseite vom Hund hören. Gleich hinter dem Ellenbogen.
Ein normaler Herzschlag ist etwas unregelmäßig wenn der Hund ruht:
klopf....klopf-klopf.....klopf etc. Nimm eine Uhr und zähl die
Herzschläge für 10 Sekunden. Multipliziere dei Herzschläge mal
6 um die Schläge in der Minute zu finden. ( 12 Schläge x 6 = 72
Schläge pro Minute) Das normale Herz schlägt bei einem großen
Hund 60 - 80 x in der Minute. Den Pulsschlag kannst Du
messen indem Du einen Finger innen auf der Hinterseite, da wo
das Bein anfängt, legst. Auch für 10 Sekunden und multipliziere x
6. Ganz gleich wie beim Herzschlag.
EMPFOHLENE AKTIONEN BEI DREHUNG
Immer sofort bei den Anzeichen zum Tierarzt fahren. ! Wenn
du innerhalb von 10 Minuten den Tierarzt nicht erreichst, dann
sofort 1. Hilfe geben. Gib sofort Magenschlauch rein, damit das
Gas entweichen kann.
1. HILFE


Befeuchte
den Magenschlauch mit etwas Gelee und gib ihn langsam ins Maul.
Fixiere ihn mit einem Band ( Bild 3) Wenn der Hund
sich sperrt, dann immer wieder vorsichtig versuchen ( Bild 4 )
Immer tiefer reingeben, bis er in der Luftröhre ist. Wenn er dann
drin ist, dann blas vorsichtig in den Magenschlauch, damit sich
die Luftröhre entspannt und lass den Schlauch vorsichtig in den
Magen gleiten. Es kann sein, das der Magenschlauch
nicht gut in den Magen kommt. auf Grund der Drehung. Dann blas
stärker hinein und dreh ihn vorsichtig nach dem Uhrzeigersinn
und gib ihn langsam raus und rein. ACHTUNG : Gib ihn nicht
zu weit hinein in den Magen, sonst zerstörst Du die Magenwand. Wenn
er drin ist, gib sofort den Mund weg. Das Gas kommt gleich heraus
und auch Flüssigkeit folgt ( Bild 5 )

Bild
5
Wenn Gas und Flüssigkeit draussen
sind, drück den Hund während 5-10 Minuten, damit alles rauskommt
( Bild 6 ) Dann nimm den Magenschlauch vorsichtig raus .

Bild
6
Wenn Du den Magenschlauch innerhalb
von 5 Minuten nicht rein bekommst, dann lass es sein. Dann musst
Du punktieren.
| Punktiere
wenn : |
der Hund nach Luft
schnappt
nicht mehr stehen kann
Zahnfleisch sich rapide verfärbt
das Herz 100x pro Minute schlägt |
PUNKTIEREN
Fühle die letzte Rippe auf der Seite. Den Magen kann man
auf der linken Seite fühlen. Du kannst es nicht verfehlen, weil
er stark gebläht und gedehnt ist. Nimm die Kappe von der KanühlenNadel
(14 Durchmesser). Nimm das stumpfe Ende in die Hand und stich
mit einem Ruck in die linke Seite in den Magen hinter der letzen
Rippe (Bild 7 ). Das Gas wird sofort durch die Nadel entweichen.
Der Hund wird keine Schmerzen durch den Nadelstich spüren, da
ihm die Drehung mehr Schmerzen verursachen. Drück auf den Bauch
und entferne die Nadel. SOFORT
ZUM TIERARZT !!!!!!!

Bild
7
Gib allen Dobermannbesitzern die
von Tierärzten herausgefundenen Informationen : Füttere
den Hund 2 - 3 x am Tag. Ist besser als 1 x am Tag und es soll
immer wer dabei sein der ihn beobachtet. Vermeide Übungen und
Stress 1 Stunde vor und 2 Stunden nach dem Fressen. Leichtes Spazieren
gehen ist ok, weil es die normale Verdauung fördert. Der Hund
soll in ruhiger Atmosphäre und alleine fressen. Wechsle sein Futter
alle 3-5 Tage. Abwechslung ist sehr gut. Wasser soll immer parat
sein, aber reduziere den Bedarf gleich nach der Fütterung. Hund
soll nach dem Fressen nicht viel Wasser trinken. Schau nach immer
nach Anzeichen die einer Magendrehung vorausgehen: Völligkeit,
Umhergehen, Speichelfluss, Winseln, Aufstehen und wieder
Hinlegen, Strecken, sich auf den Unterleib schauen, Brechreiz
etc. Lass Dir auf alle Fälle vom Tierarzt zeigen wie man
es richtig macht und Dir Magenschlauch und Nadel geben.
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