Das Verstehen und Vermeiden von Aggressionsverhalten bei Hunden
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Aggressive Hunde und Kinder
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Viele von uns lebten als Kinder, aber auch als junge Eltern, in einer ganz besonderen Fantasie. Sie wird ausgelöst, wenn wir das erste Mal ein Kind und einen Hund zusammen sehen. Das Bild kleiner Arme, die sich liebevoll um kleine Hunde schlingen, entwickelt sich sanft in einen Strudel positiver Gefühle. Wenn wir genügend Zeit und eine lebhafte Fantasie haben, wächst dieser Hund, wird größer, trabt neben einem Jungen oder Mädchen am Fahrrad oder stürzt sich in die Wellen, trägt einen Stock im Fang. Der Traum endet mit dem Bild zufriedenen Schlafs am Ende des Tages, das Kind kuschelt sich mit seinem behaarten Freund und Beschützer zusammen, mit seinem Traumhund. Die Grenzen zwischen Tagtraum und Wirklichkeit sind so fein, dass sie oft gar nicht bemerkt werden. Eines Tages dann - wie in Trance - besitzen wir einen echten Hund. Es scheint alles so schön, denn wo immer wir hinschauen, suggeriert uns die Medien- und Konsumkultur, dass unser Traum wahr sei. Meist brauchen wir aber nur 24 Stunden um zu entdecken, dass unser Traumhund kein ausgestopftes Spielzeug ist, keine Comicfigur, auch kein hundlicher Schauspieler. Er ist ein Lebewesen, ein atmendes Tier, das frisst, verdaut, rennt, schläft, bellt und auf Menschen und Umfeld reagiert - liebevoll - manchmal auch nicht ganz so liebevoll. Die echten Probleme beginnen, wenn unsere Illusionen verflogen sind und wir uns unerwartet den Realitäten des hundlichen Verhaltens gegenüber sehen. Nach und nach wird es unmöglich, die unangenehmen Fakten, die unserer Fantasie im Wege stehen, herauszufiltern. Es ist leider eine unbestreitbare Tatsache, dass mehr als nur ein paar Hunde im Zusammenhang mit Kindern gefährlich werden können, wenn man nichts dagegen tut. Die Folgen können verheerend sein. Tatsache ist - es gibt Hunde, die beißen! Traurigerweise besteht die Mehrheit von Hundebissopfern aus Kindern. Die meisten Hilfsorganisationen stimmen in diesem Punkt überein, darunter auch die American Medical Association (AMA), die Centers for Disease Control and Prevention in Atlanta (CDC), die American Veterinary Medical Association (AVMA), die Humane Society of the United States (HSUS) und die American Society for the Prevention of Cruelty to Animals (ASPCA). Die HSUS hat sich mit dem U.S. Postal Service zusammengetan, sie sponsern gemeinsam die National Dog Bite Prevention Week, die jedes Jahr vom 09. bis 14. Juni stattfindet. Die CDC in Atlanta schätzt, dass jährlich in den Vereinigten Staaten insgesamt 4,5 Millionen Hundebisse vorkommen, davon fordern 756.000 Fälle medizinische Betreuung. Mehr als 60 Prozent der Hundebissopfer sind Kinder. Die Ursachen hierfür sind vermutlich ihre Körpergröße, ihr hohes Maß an Aktivität, fehlendes Wissen über hundliches Verhalten, falsche Auswahl der Hunde und ungenügende Überwachung der Eltern beim Zusammensein der Kinder mit Hunden.
Die Gesundheitsbehörden sind der Meinung, dass Kinder am stärksten unter den Folgen von Hundebissen leiden, weil 26 Prozent der Bisse bei Kindern ärztliche Betreuung fordern, im Vergleich zu nur 12 Prozent bei Erwachsenen. 3 bis 5 Prozent der Hundebisse lösen Sekundärinfektionen aus. Außer Gewebeverletzungen können Hundebisse auch eine breite Skala bakterieller und viraler Infektionen auslösen. Echter Horror jedoch ist, dass jährlich ungefähr 20 Todesfälle durch Hundeattacken entstehen, 60 Prozent der Opfer Kinder unter zehn Jahren sind. Dies sind die Zahlen des US-Kontinents. Sie lassen sich nicht ohne Weiteres auf Verhältnisse in anderen Ländern übertragen. Tatsache bleibt, jeder einzelne Unfall mit Hunden ist einer zu viel, es muss alles getan werden, um dem entgegenzutreten. Aber bei allem Bemühen muss man sich darüber im Klaren sein - jeder Umgang mit Tieren ist unvermeidlich mit einer tierischen Restgefahr verbunden. Dies gilt für den Umgang mit allen Tieren - auch Pferden, Katzen, landwirtschaftlichen Nutztieren..... Konsequenzen für den Besitzer eines aggressiven Hundes Die Folgen, einen aggressiven Hund im eigenen Haus zu haben, können für die gesamte Familie, besonders aber für die Kinder gravierend sein. Die Eltern müssen sich im Klaren sein, dass ein Hund, der ein Kind angreift, ernsthafte oder in seltenen Fällen sogar tödliche Verletzungen verursachen kann. Zuallermindest - Hundebisse sind schmerzhaft und Furcht auslösend. Wenn ein Hund knurrt, droht oder die Lefzen hochzieht, ist die nächste Aktion in aller Regel der Biss. Wenn ein Hund in Erregung Aggressionsmerkmale zeigt, bedeutet dies eine sehr ernste Situation, und er wird beißen, wenn die Eltern seine Warnungen nicht ernst nehmen. Die Tierärztin Dr. Darlene White schreibt hierzu in Pet Health News: "Von den körperlichen und seelischen Schäden abgesehen, können Hundebisse sehr ernst zu nehmende lokale Infektionen auslösen, Bänder-, Gelenk-und Knocheninfektionen, sogar tödlich ausgehende Systeminfektionen. Beim Angriff kommt es öfter zu Druck- und Zerrverletzungen, die zum Absterben von Gewebe führen. Oft sind die Folgen von Bissverletzungen Krankenhausaufenthalt, Wundentzündung, intravenöse Verabreichung von Antibiotika und physikalische Therapien." Hinzu kommt noch die körperliche Entstellung, die manche Bissopfer erleiden, so dass die Folgen für ein gebissenes Kind alles in allem furchtbar sind. Eltern machen sich sicherlich lebenslänglich Vorwürfe, wenn ihr Kind verletzt wurde, weil sie Warnzeichen missachtet haben. Wenn Ihr Hund das Kind des Nachbarn oder ein Besucherkind beißt, könnte dies durchaus eine Klage der Betroffenen nach sich ziehen. Die gesetzliche Haftpflicht kann in einem solchen Fall den Hundebesitzer finanziell ruinieren, wenn keine ausreichende Versicherung abgeschlossen wurde. Als weitere ernsthafte Konsequenz droht eine strafrechtliche Verfolgung wegen fahrlässiger Körperverletzung, weil der Hundebesitzer in Kauf genommen hat, dass sein Hund ein Kind biss, obwohl er bereits im Voraus die mögliche Gefahr hätte erkennen müssen. Gerichte tendieren im Allgemeinen in solchen Fällen zur Strenge, wenn sie den Eindruck haben, dass der Hundebesitzer von dem aggressiven Wesen seines Hundes bereits wissen konnte oder musste. Zuallermindest droht eine gerichtliche Anordnung, wonach der Schaden verursachende Hund eingeschläfert werden muss. Eltern, die mit aggressiven Hunden leben, sollten ihren Kopf aus dem Sand ziehen und die Gefahren nicht weiter leugnen. Sie müssen damit aufhören, das gefährliche Verhalten ihres Hundes zu entschuldigen. In einer richtigen Reihenfolge der Prioritäten steht die Sicherheit des Kindes immer an erster Stelle. Es gibt keine Entschuldigung dafür, Kinder den von aggressiven Hunden ausgehenden Gefahren auszusetzen. Deshalb ist es niemals akzeptabel, einem Familienhund nachzusehen, dass er Aggressionsverhalten zeigt. Die möglichen Konsequenzen sind zu erschreckend! So wie nicht alle Menschen lieb und gut sind, sind es auch nicht alle Hunde - dessen müssen sich Eltern einfach bewusst sein. Warum treten diese Probleme auf ? Hundliche Aggression gegen Kinder kommt von Hunden, die hochgradig territorial sind, ihren Raum exzessiv schützen. Gleiches kann von Hunden gesagt werden, die nicht mit Kindern aufgewachsen sind und nicht an sie gewöhnt, oder von Hunden, die niemals sozialisiert wurden. Einige Hunde sind auch genetisch bedingt gefährlich und wurden schon mit aggressivem Wesen geboren. Es gibt aggressive Hunde, die vom Menschen dazu gemacht wurden, weil sie von ihren Besitzern laufend missbraucht, geschlagen und angeschrien wurden. Dann gibt es viele Hunde, die ein scheues Wesen haben, weil ihnen der Kontakt mit Menschen außerhalb der unmittelbaren Familie verweigert wurde. Es gibt auch Hunde mit niedriger Schmerzgrenze oder Hunde, die von Kindern gequält wurden - sie alle sind Zeitbomben auf vier Läufen, die zu jeder Zeit ein Kind attackieren könnten. Die beiden häufigsten Ursachen dafür, dass Hunde gegen Kinder aggressiver werden, sind das Leugnen der Gefahren seitens des Hundebesitzers und sein Versagen, erste Anzeichen der Aggression zu erkennen. Viele Hundebesitzer lieben ihre Hunde so sehr, dass ihre Wahrnehmungen regelrecht getrübt scheinen, sie sind gar nicht mehr im Stande, die Situation realistisch zu erkennen. Die Eltern sollten sich immer fragen, ob sie ihren Kindern auch das Spielen mit einem aggressiven Hund erlauben würden, wenn dieser Hund nicht der eigene wäre. Würden Sie Ihren Kindern gestatten, sich einem Hund anzunähern, der sie anknurrt oder nach ihnen schnappt? Die Antwort ist eindeutig! Die Tatsache, dass Sie Ihren Hund lieben, bedeutet nicht, dass er nicht beißen wird. Bedauerlicherweise lieben nicht alle Hunde Kinder. Um drohende Probleme zu meiden, sollte man ausschließlich Hunde aus guter Zucht kaufen, die richtig sozialisiert wurden und in einem freundlichen, fröhlichen Umfeld - möglichst gemeinsam mit Kindern - aufwuchsen. Es ist viel wahrscheinlicher, dass sich eine wunderbare Beziehung zwischen Kind und Welpe entwickelt, wenn sie gemeinsam aufwachsen. Es gibt einen großen Unterschied zwischen einem Hund, der mit dem Kind aufwuchs, und einem "der Kinder kennt", was viele Verkäufer betonen, wenn sie versuchen, einen Hundekäufer zu überzeugen. Jeder Hund ist anders. Sie müssen sich unbedingt jeden einzelnen Hund individuell ansehen um zu bestimmen, ob er kindersicher ist. Wenn Sie dies versäumen, machen Sie den schwersten Fehler Ihres Lebens. Beachten Sie unbedingt Kapitel 3 dieses Buches "Wie aggressiv ist Ihr Hund?" |